Hamburg

„Promenade von der Binnenalster an die Elbe“: Neue Pläne für die Domachse vorgestellt

Luftaufnahme eines grünen Stadtparks mit Wegen, Bäumen und umliegenden Gebäuden.
Mitten in der Hamburger City soll ein neuer grüner Park entstehen.

Seit Jahren plant der Senat die Umgestaltung der Hamburger Domachse, die belebt werden soll. Jetzt wurden erste Pläne vorgestellt.

Die Verbindung von der Binnenalster über den Domplatz bis zur HafenCity – offiziell Domachse genannt – besticht vor allem durch vorbeirauschende Autos und tristes Grau. Lust zum Flanieren kommt hier nicht auf. Das soll sich jetzt ändern. Am Dienstag präsentierte die Stadt ihre Pläne, doch dafür hagelt es bereits harte Kritik.

Schon seit Jahren kündigt der Senat eine Umgestaltung der Domachse an, um die Fußwege von der Innenstadt in die HafenCity attraktiver zu machen. Am Dienstag stellten Bausenatorin Karen Pein (SPD) und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) nun endlich einen gemeinsamen Rahmenplan vor. Von einer „Promenade“ von der Binnenalster bis an die Elbe war die Rede.

Das sieht das neue Leitbild für die Hamburger Domachse vor

Dazu sollen entlang der Achse die Fahrbahnen für Autos deutlich schmaler werden, sodass mehr Flächen für Promenaden, Radwege und Grünbereiche entstehen. Die Domachse werde aber weiterhin von Nord nach Süd für Autos befahrbar sein, der öffentliche Nahverkehr könne alle Routen weiterhin gut erreichen. „Ausreichende Parkmöglichkeiten bestehen vor allem durch freie Kapazitäten in umliegenden Parkhäusern“, heißt es in dem Rahmenplan.

Menschen im Park, roter Kirchturm im Hintergrund, Bäume und Rasen bei sonnigem Wetter.
Der Hammaburg-Platz soll begrünt und vergrößert werden.

Der bislang eher triste Hammaburg-Platz wird zum Park mit Bäumen ausgebaut und soll zu einem neuen Treffpunkt in der Hamburger Innenstadt werden. Die Fläche der Bushaltestelle an der Petrikirche wird verlegt und künftig ebenfalls Teil des Hammaburg-Platzes sein. 

Hammaburg-Platz in der Innenstadt soll sich um 40 Prozent vergrößeren

Bis zu 40 Prozent vergrößere sich der Hammaburg-Platz, kündigte Bausenatorin Pein an. Und auch Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing stimmte ins Loblied ein: „Der Hammaburg-Platz wird zu einem neuen, großen und vielfältig nutzbaren Park in der historischen Mitte der Hamburger Innenstadt und eine neue Promenade führt vom Jungfernstieg bis an den Magdeburger Hafen. Oft sind die einfachsten Ideen die besten.“

Breite Fußgängerzone mit modernen Gebäuden, Bäumen und rotem Kirchturm im Hintergrund; Menschen gehen und sitzen.
Auch die Bergstraße zwischen Speersort und dem Jungfernstieg gehört zur Domachse. Sie soll ebenfalls umgestaltet werden.

Die Straße Alter Fischmarkt wird ebenfalls um zwei Fahrspuren reduziert, dort sollen breitere Rad- und Fußwege entstehen. An der Kreuzung Bergstraße/Mönckebergstraße sollen die bisher sehr breiten Fahrstreifen zurückgebaut werden. Die ebenfalls sehr breite Willy-Brandt-Straße wird hingegen nicht verändert. 

Insgesamt sollen 1,4 Kilometer neue Radwege, bis zu 100 neue Fahrradplätze sowie 1500 Quadratmeter für die Außengastronomie entstehen.

Opposition kritisiert Domachsen-Pläne des Hamburger Senats

„Grundsätzlich ist die geplante Umgestaltung der Domachse eine gute Idee“, sagt Marco Hosemann von der Linkspartei. „Was wir aber kritisch sehen und als unzeitgemäß empfinden, ist der hohe Versiegelungsgrad in den Straßenräumen. Seit Jahren spricht der Senat davon, dass Hamburg zur Schwammstadt umgebaut werden muss. Neben Bäumen brauchen wir da aber dann viel mehr unversiegelte Flächen, die Starkregenereignisse aufnehmen und wieder abgeben können, damit es im Sommer eine kühlende Wirkung gibt.“

Menschen an einem Platz mit Bäumen, Radweg und Straßencafé vor einem roten Backsteingebäude.
Auf der Straße Alter Fischmarkt soll der Platz für Autos deutlich reduziert werden, so dass mehr Platz für Radfahrer und Passanten entsteht.

Anke Frieling von der CDU bläst ins gleiche Horn. „Angesichts der anhaltenden Debatten über versiegelte Flächen, fehlenden Hitzeschutz und die Notwendigkeit echter klimaresilienter Stadträume ist kaum nachvollziehbar, warum der Senat neue versiegelte Plätze und Wege schafft,  statt konsequent auf Entsiegelung und großflächige Begrünung zu setzen.“ Einzelne Baumreihen und ein etwas vergrößerter, begrünter Domplatz reichten nicht aus, um die City klimaresilienter zu machen.

„Es bleibt zu hoffen, dass die nun folgende Feinplanung deutlich ambitionierter ausfällt und die Chance nutzt, die Domachse zu einem wirklich zukunftsfähigen Straßenraum zu machen“, ergänzt sie. Der Rahmenplan wurde seit 2023 entwickelt und dient als Orientierungsrahmen für nachfolgende Planungs- und Umsetzungsprozesse.

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