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Pornostar packt aus: So wild geht es zu, wenn die Kameras aus sind

Er war in 125 Hardcore-Filmen zu sehen, hatte Sex mit etlichen Frauen („irgendwas im dreistelligen Bereich“): Zweieinhalb Jahre lang arbeitete Till Kraemer als Pornostar. Jetzt startet er eine Karriere als Stand-up-Comedian. In seinem Programm geht es – natürlich – um Pornos. Die MOPO traf den 41-Jährigen aus Rosengarten zum schonungslosen Interview.

Der Porno-Einstieg

„Ich hatte eine anstrengende Beziehung hinter mir und beruflich lief es als Schauspieler auch nicht gut. Da habe ich mich mit einem Amateurfilmchen bei einem Porno-Label beworben. Ich wollte einen Job, der mir Spaß macht. Und war auch privat schon recht hemmungslos, hatte mit einer Ex-Freundin Sex mitten im Stadtpark oder im Swingerclub.“

Till Kraemer macht jetzt Comedy. In seinen Shows geht es um seine Karriere als Pornodarsteller. Bekannt wurde er in der Szene durch seine siebenteilige Serie „Mach’s mit Till“.

Till Kraemer macht jetzt Comedy. In seinen Shows geht es um seine Karriere als Pornodarsteller. Bekannt wurde er in der Szene durch seine siebenteilige Serie „Mach’s mit Till“.

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Quandt

Das Casting

„Zuerst füllen die Bewerber Fragebögen zu ihren sexuellen Tabus aus. Und weil so viele Männer unbedingt Porno-Darsteller werden wollen, werden sie üblicherweise bei einem „Gangbang“, also einer Gruppensex-Szene, gecastet. Es war schon skurril, sich da neben 50 schwitzigen Männer-Hintern beweisen zu müssen. Ohne Gage, versteht sich.“ 

Wenn Männerträume wahr werden: Till Kraemer wird von einer Kollegin verwöhnt.

Wenn Männerträume wahr werden: Till Kraemer wird von einer Kollegin verwöhnt.

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Kraemer/hfr

Der erste Dreh 

„Der war extrem peinlich! Ich war superaufgeregt und bin schon nach einer Minute gekommen. Das Ganze ist mir mehrmals hintereinander passiert. ,Till, das macht hier niemandem Spaß außer dir’, hat der Regisseur gesagt und mir genervt einen Dildo in die Hand gedrückt. ,Mach damit weiter.’ Danach habe ich mir beigebracht, den Orgasmus hinauszuzögern – durch eine tiefe Atmung in den Bauch.“

Ein Traumjob?

„Eigentlich schon. Das ist wie in einem Paralleluniversum, in dem Männerträume wahr werden. Ich bin kein Typ, der in Discos Frauen aufreißt. Am Set ist alles schon geklärt, es wird mit offenen Karten gespielt. Ich finde es besser, dort mit Frauen Sex zu haben, die cool damit sind, anstatt Frauen im Club irgendwas vorzuspielen.“ 

Hinter den Kulissen:

„Es gibt hinter der Kamera tatsächlich mehr Sex als davor. Das hat mich sehr überrascht – und gefreut. Darsteller sind meist im gleichen Hotel untergebracht. Oft haben Darstellerinnen noch abends an meiner Tür geklopft. Oder auf dem Rückweg im ICE bin ich mit einer Kollegin mehrfach auf der Toilette verschwunden. Sex ist in der Branche allgegenwärtig und hat fast den Stellenwert wie eine Umarmung oder eine Sympathiebekundung.“

Till Kraemer tritt mit seinem Stand-up-Comedy-Programm in Hamburg auf: 26.1., 20.15 Uhr, „Böses Zeuch“ in der Mathilde Bar (Kleine Rainstraße 11), 7 Euro, 19.2., 19.30 Uhr, „Hamburgs große Kleinkunst Show“, Bahnhof Pauli (Spielbudenplatz 21-22), 6 Euro