Popstars, lokale Helden, Erfolgs-Politiker: Das waren Hamburgs Aufsteiger 2024
Strippenzieher im Rathaus, Pop-Shootingstars, ein gefeierter Maler, Entertainer, Gastrogrößen, Rückkehrer – viele Menschen aus Hamburg erlebten das erfolgreichste Jahr ihres Lebens. Das waren Hamburgs Aufsteiger 2024. Glückwunsch!
Nina Chuba (26)
Von April bis Mai 2024 war Sängerin Nina Chuba auf einer restlos ausverkauften Hallentour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz unterwegs. Die Wedelerin (Schleswig-Holstein) legt einen Ohrwurm nach dem anderen vor und feiert nach Hits wie „Wildberry Lillet“ und „Ich hass dich“ mit dem Song „Fata Morgana“ große Erfolge.
Steven Gätjen (52)
Ende Januar 2025 geht es los: Moderator Steven Gätjen wird an der Seite von Bettina Tietjen zum Gastgeber der NDR Talk Show. Im Wechsel mit Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt ist der in den Elbvororten lebende TV-Mann ruck, zuck in die oberste Liga des Fernsehtalks aufgestiegen.
Kazim Abaci (59), SPD
Der migrationspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion hat sich zu einem der herausragendsten Politiker der Stadt gemausert – vor allem dank „Hamburg steht auf“, der Riesen-Demo gegen Rechtsextremismus, an der im Januar 180.000 Menschen teilnahmen.
Zora Klipp (34)
Sie ist erfolgreich und sprüht vor guter Laune: Köchin Zora Klipp hat mit ihrer Kochkunst und Schlagfertigkeit nun auch Platzhirsch Tim Mälzer bezwungen. Ihr Koch-Duell „Mälzer und Klipp liefern ab!“ (Vox) endete unentschieden. Doch Mälzer gab zu: „Du bist die Erste hier, die mich an meine Grenzen geführt hat.“
Caspar David Friedrich
Er hätte in diesem Jahr 250. Geburtstag, und in Hamburg wollen immer noch alle seine Bilder sehen: Die Ausstellung zum Geburtstag des bedeutenden Romantik-Malers Caspar David Friedrich in der Kunsthalle haben sich 335.000 Kunst-Interessierte angesehen. Durchschnittlich kamen etwa 3500 Menschen täglich.
Cornelius Schmitt und Michael Krause
Fußball-Star Mario Götze ist Fan. US-Rapper Kanye West will in die Idee von Cornelius Schmitt investieren. Schmitt und sein Kompagnon Michael Krause stellen Turnschuhe mit einem 3D-Drucker her. Ihre Firma „Zellerfeld“ hat mittlerweile Deals mit Nike und Louis Vuitton.
Melanie Leonhard (47), SPD
Was Leonhard anpackt, das geht voran: Als Sozialsenatorin navigierte sie Hamburg durch die „Flüchtlingskrise“ und die Corona-Zeit. Seit rund zwei Jahren leitet sie Hamburgs Wirtschaftsbehörde – mit Erfolg. 2024 stellte sie Pläne für einen Ersatzbau der Köhlbrandbrücke vor und brachte den MSC-Deal über die Bühne.
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Berq (20)
Berq, der eigentlich Felix Dautzenberg heißt, erlebt seit zwei Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Seiner gefeierten EP „Rote Flaggen“ folgte in diesem Jahr das erste Studioalbum „berq“, das auf Platz zwei der Charts landete. Vor wenigen Wochen wurde der gebürtige Hamburger als „Bester Newcomer Act“ mit der 1Live Krone ausgezeichnet.
Fischotter
Er gilt in vielen Regionen Deutschlands als ausgestorben, aber in Hamburg ist der Fischotter zurück – und es gefällt ihm prächtig an Wandse, Alster und den Elbarmen im Süden. „Es ist wieder überall in Hamburg mit ihm zu rechnen“, heißt es aus der Umweltbehörde. Es gibt bereits 15 bis 20 Tiere, die sich hier tummeln.
Dennis Thering (40), CDU
Hamburgs CDU klettert aus der Krise: Bei den Bezirkswahlen im Juni konnte die Partei Gewinne verbuchen. In Umfragen zur Bürgerschaftswahl 2025 belegt sie einen der vorderen Plätze. Das liegt auch an CDU-Chef und Bürgermeisterkandidat Dennis Thering, der den Laden zusammenhält.
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Karin Beier (59)
Die Schauspielhaus-Intendantin hatte gleich mehrfach Grund zur Freude: Ihr Haus wurde als „Theater des Jahres“ ausgezeichnet – und ihre Antiken-Serie „Anthropolis“ (ein wilder und fantastischer Ritt durch die griechische Mythologie in fünf Teilen) wurde als „Inszenierung des Jahres“ geehrt. Wer’s noch nicht gesehen hat: Gibt’s im Januar wieder!
Vermieter Christian Warsch (70)
In Ohlsdorf (Kerbelweg/Salbeiweg) hat ein Vermieter eine kleine Revolution angezettelt: Christian Warsch (70) hat seinen 32 Mietern Balkonkraftwerke bauen lassen. Und zwar gleich mit dazugehörigem Speicher im Keller. Der Vermieter streckt die Investition vor, und die Mieter zahlen einen Teil dann mit ihren jährlichen Strom-Abrechnungen zurück.
Saša Stanišic (46)
Ja, Saša Stanišic hat 2024 auch diverse Literaturpreise gewonnen. Wichtiger aber war die Veröffentlichung von „Hey, hey, hey, Taxi! 2“, diesem herrlich illustrierten Buch, das der Schriftsteller mit seinem Sohn geschrieben hat. Nikolai geht in die dritte Klasse – und wird auf dem Cover als Autor genannt.
„Mönkey’s Kebab & Fries“
Hype um den „Ufo-Döner“! Marlon Bluhm, Inhaber des Döner-Ladens „Mönkey’s Kebab & Fries“ an der Mönckebergstraße, hat ihn als Erster in Deutschland angeboten. Seitdem stehen die Kunden vor seinem Imbiss Schlange. Der Döner wird in einer Presse rundherum geschlossen, damit keine Zutaten mehr rausfallen.
Malika Rabahallah (54)
Die neue Chefin des „Filmfests Hamburg“ hat direkt einen starken Einstand hingelegt. 59.000 Besucher kamen – damit wurde das „sehr gute Vorjahresergebnis“ nach eigenen Angaben sogar noch getoppt. Die 54-Jährige ist die Nachfolgerin von Albert Wiederspiel, der das Festival 20 Jahre lang geleitet hatte.
Tim Grapperhaus
Bartender Tim Grapperhaus aus Altona („The Local“, Wohlers Allee 10) gewann im Herbst die bundesweiten Cocktail-Meisterschaften und mixte mit „Low Low Land“ den besten Drink nach eigener Kreation. Mehr als 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland hatten ihre Rezepte eingereicht, zehn schafften es ins Finale nach Köln.
Benét Monteiro (39)
Hamilton, Hercules und jetzt Michael Jackson – der Mann kann alles! Benét Monteiro, 1985 in Rio de Janeiro geboren, schafft seit der Musical-Premiere im November, was Jackson-Fans für unmöglich hielten: Er lässt den „King of Pop“ im Stage-Theater tänzerisch und gesanglich lebendig werden. „Michael Jackson war ein Genie“, sagt Monteiro. Auch seine Performance ist genial.
Hedi Bouden
Der Lehrer am Helmut-Schmidt-Gymnasium in Wilhelmsburg organisiert mehrfach ausgezeichnete Theaterprojekte. Themen: der Nahost-Konflikt, Antisemitismus, Rassismus. Bouden koordiniert eine Partnerschaft mit Yad Vashem, reist mit Schülern nach Israel, lädt arabische und jüdische Schüler ein. Für sein Engagement erhielt er jetzt den Margot-Friedländer-Preis.
Anna von Treuenfels-Frowein (62), CDU
Mehr als zehn Jahre stritt sie für die FDP im Hamburger Parlament. Selbst als die Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht mehr schaffte, gelang es ihr, als fraktionslose Abgeordnete einzuziehen. Im Sommer wechselte von Treuenfels-Frowein zur CDU. Hier wurde sie auf Platz zwei für die Bürgerschaftswahl aufgestellt.
Dieter Becken (75)
Am Freitag, dem 13. Dezember, kam der Durchbruch: Der Insolvenzverwalter des zahlungsunfähigen Signa-Gründers René Benko gab bekannt, dass mit dem Hamburger Immobilienunternehmer Dieter Becken exklusiv über den Weiterbau des halbfertigen Elbtowers verhandelt wird. Kaufvertrag: 2025.
Shin-Won Kang (60)
Kaum ein Gastronom ist umtriebiger als Shin-Won Kang. Zu seinem Imperium gehören unter anderem vier „Bok“-Filialen, die „Kimchi Guys“, zwei „Kkokki loves vegan“ und das „Won Chikin“. Seit diesem Jahr eröffnet er auch in Supermärkten kleine Bistros. Einfallsreich, mutig – und sympathisch!
Gert Kekstadt und Hans Nauber
Das Sommerbad Altengamme (Horster Damm) ist nach Sanierung seit dem Sommer endlich wieder geöffnet und kostet keinen Eintritt! Dank Gert Kekstadt und Hans Nauber von „Complete Dienstleistung“. Sie schulen Menschen, um sie besser in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das Bad ist einer der Schulungsorte.
Jacob Schoo (29), Volt
Bei den Bezirkswahlen in diesem Jahr startete Jacob Schoo mit seiner Partei Volt durch. 15 Abgeordnete stellt die Partei, die viele vorher gar nicht kannten, in fünf Bezirken. Schoo selbst ist Co-Vorsitzender in Mitte und auch Co-Vorsitzender des Landesverbandes.