Polizeieinsatz! Kann der älteste Paternoster der Welt noch gerettet werden?
Wohin ist der älteste Paternoster der Welt verschwunden? Vor kurzem wurde bekannt, dass der mehr als 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Aufzug im Flüggerhaus am Rödingsmarkt offenbar ohne Genehmigung entfernt wurde. Jetzt gab es vor dem Gebäude einen Polizeieinsatz.
Zusammenfassung:
- Der älteste Paternoster der Welt wurde ohne Genehmigung aus dem Flüggerhaus entfernt.
- Vor dem Gebäude gab es einen Polizeieinsatz, veranlasst von der Denkmalschutzbehörde.
- Ein Container von der Baustelle wurde gesichert, Teile des Paternosters sind möglicherweise enthalten.
Am Sonntagabend machten sich Polizisten auf den Weg zum Rödingsmarkt: Wie ein Sprecher der MOPO bestätigte, sicherte eine Streifenwagenbesatzung einen Container von der dortigen Baustelle. Dieser Einsatz sei von der Denkmalschutzbehörde veranlasst worden. Zuerst hatte der NDR berichtet.
Ältester Paternoster der Welt plötzlich in Hamburg verschwunden
Die Polizisten sollen auf der Suche nach einzelnen Teilen des verschwundenen Paternosters gewesen sein. Auf Fotos, die der MOPO vorliegen, ist der Container von innen zu sehen. Dort liegen mehrere Bauteile, unter anderem Zahnräder. Ob es sich dabei tatsächlich um Bestandteile des Paternosters handelt, ist noch nicht bestätigt. Der Container wurde am Sonntagabend von der Polizei verschlossen.
Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass der Paternoster plötzlich nicht mehr an seinem ursprünglichen Platz im Flüggerhaus steht. Der denkmalgeschützte Aufzug stammt aus dem Jahr 1908, wurde 1979 stillgelegt – und anschließend vergessen. Erst 2018 wurde er nach Recherchen eines Kunsthistorikers in dem Kontorhaus wiederentdeckt, versteckt hinter Brettern.
Ein Jahr später kauften der österreichische Investor René Benko und seine Firma Signa das Gebäude-Ensemble. Benko hatte große Pläne für die von ihm getauften „Flüggerhöfe“ und beauftragte Patric Wagner damit, den Paternoster wieder in Schuss zu bringen. Der Restaurator und Inhaber eines Hamburger Aufzugdienstes steckte zusammen mit seinem Team mehr als 2500 Arbeitsstunden in das Projekt.
Nach Benkos Insolvenz kaufte 2024 der Hamburger Investor Harm Müller-Spreer das Flüggerhaus. Er wollte die ursprünglichen Pläne mit Büros, Einzelhandel und 19 Mietwohnungen grundsätzlich übernehmen, die Baukräne nahmen ihre Arbeit wieder auf.

Doch was passierte mit dem Paternoster? Das Denkmalschutzamt hat inzwischen einen Baustopp verhängt und bereitet gegen den Eigentümer ein Ordnungswidrigkeitsverfahren vor. Müller-Spreer sagte gegenüber dem NDR wiederum, dass er damit nichts zu tun gehabt habe. Der Aufzug sei sowieso nicht mehr funktionsfähig gewesen. Restaurator Patric Wagner sieht letzteres naturgemäß anders, er spricht von einem „Kulturdenkmal seinesgleichen“.
Laut Kulturbehörde habe sich das Denkmalschutzamt am Montagmorgen mit dem Eigentümer auf der Baustelle getroffen, um den Inhalt des verschlossenen Containers gemeinsam unter die Lupe zu nehmen. Der Container habe allerdings nicht geöffnet werden können, da zunächst geklärt werden muss, wem der Inhalt überhaupt gehört. Der Grundstückseigentümer habe bis Dienstag Zeit, das zu klären.
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