Wurde der vermisste Nils Hansen getötet? Polizei mit Hunden auf Spurensuche
Es war im Oktober 2020: Der Hamburger Nils Hansen (47) wird auf einem Campingplatz am Prüßsee gesehen. Ab da gilt er als vermisst. Die Ermittlungen stocken. Seit dieser Woche ist jedoch wieder Bewegung in dem Fall: Ermittler der Mordkommission sind mit Hunden auf Spurensuche. Sie gehen von einem Gewaltverbrechen aus.
Die Suche nach Hansen begann am Montag in der Ortschaft Güster. Dort wurde Nils Hansen das letzte Mal gesehen. Die Hunde leiteten die Beamten der Lübecker Mordkommission nach Schwarzenbek und Geesthacht.
Hamburg: Polizei sucht mit Hunden nach Nils Hansen
Während der Suche wurden immer wieder Straßen gesperrt, damit die Hunde diese sicher kreuzen können. Mehrere Polizisten suchten am Mittwochvormittag an Grundstücken, Gehwegen und kleinen Wäldchen in Geesthacht nach Spuren. Im Bereich des Otto-Hahn-Gymnasiums waren die Suchtrupps genauso unterwegs wie in der Bahnstraße und im kleinen Pappelwäldchen an der Sandstraße. Zuletzt suchten die Ermittler im Hamburger Stadtteil Bergedorf nach Spuren. Ob die Suche weiter fortgesetzt wird, hängt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Lübeck von den nun gesammelten Spuren und ihrer Auswertung ab.
Doch was ist überhaupt über den Fall bekannt? Nils Hansen ist am 20. Oktober 2020 spurlos verschwunden. Sechs Tage später ging sein Auto in Flammen auf. Es stand auf einem Parkplatz an der Geesthachter Elbuferstraße. Im Dezember 2021 wurde der Fall in einem Beitrag im ZDF-Magazin „Aktenzeichen XY…ungelöst“ besprochen. Danach kamen etliche Hinweise aus der Bevölkerung. Die derzeitigen Suchaktionen stehen jedoch nicht im Zusammenhang mit einem Zuschauerhinweis, so die Staatsanwaltschaft Lübeck. Man sei jedoch auf alle Hinweise eingegangen – bis jetzt hätten sie jedoch nicht zu Hansen geführt.
Vermisster soll als Drogenkurier gearbeitet haben
Dafür lieferte die Ausstrahlung andere Details: Nils Hansen soll als Drogenkurier im Kreis Herzogtum Lauenburg gearbeitet haben. Am Abend bevor er verschwand, war er in einer Bar in Neu Wulmstorf, die er mit seiner Ex-Partnerin seit 2019 betrieben hat.
Hier in der Bar sei ein Mann aufgetaucht, der sich als „Spanier“ bezeichnete. Er habe nach Hansen gefragt und darauf bestanden, dass sich dieser schnell mit ihm in Verbindung setze. Hansens Tochter konnte ihren Vater auf dem Handy jedoch nicht erreichen. Sie und die Ex-Partnerin erstatteten letztendlich bei der Polizei die Vermisstenanzeige.
Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus
Am Tag seines Verschwindens hat Hansen, den Ermittlungen zufolge, gegen 14 Uhr seine Werkstatt in Leezen (Kreis Segeberg) verlassen. Er soll mehrere Beutel mit Marihuana dabei gehabt und in den folgenden Stunden verteilt haben. Doch er war nicht nur als Drogenkurier an diesem Tag unterwegs, sondern besuchte auch seine Mutter in Hamburg und war in seiner Wohnung in Lohbrügge. Dann soll er zum Campingplatz gefahren sein.
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Die früheren Suchaktionen brachten bislang keine neuen Spuren. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse sprechen jedoch dafür, dass Nils Hansen getötet wurde.