Polizei

„Unvertretbar“: Polizisten klagen über Mäuse, Kakerlaken und das große Schwitzen

Die alten Wachräume sind abgesperrt. In der provisorischen Wache dahinter häufen sich die Mängel.

Die Wache in St. Georg gleicht einer Baustelle. Bald soll es endlich besser werden.

Schlimme Zustände, nicht nur draußen: Beamte des Polizeikommissariats 11 am Steindamm (St. Georg) sind vom Hauptbahnhof und vom Hansaplatz Übles gewohnt. Was sie aktuell aber im Inneren ihrer Wache aushalten müssen, „ist unvertretbar“, so Lars Osburg von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Nach Mäusen und Kakerlaken folgte jetzt das große Schwitzen.

Vor rund zwei Wochen hatte ganz Hamburg gegen hohe Temperaturen angekämpft – knapp 40 Grad wurden in der Spitze gemessen. Für Polizisten des PK 11 ein Kampf, den sie nicht gewinnen konnten.

Keine Klimaanlage, keine Fenster zum Öffnen

Denn wegen nötiger Renovierungsarbeiten wurden der Wachraum und die Anzeigenaufnahme in den Seiteneingang des Gebäudekomplexes verlegt, in die ehemaligen Räumlichkeiten einer Fahrschule. 

Das Problem: Auch in dem Teil wird renoviert, der Eingangsbereich der Wache gleicht einem Rohbau – in dem sich Hitze sammelt, ohne Klimaanlage und die Möglichkeit, überhaupt Fenster zu öffnen. Dementsprechend heiß und unangenehm war es in der Hitze-Woche für die Beamten der Wache.

Leerer Ladenraum mit Paletten, Baustellenresten und geöffneten Glastüren zum Außenbereich.
So sieht der Eingangsbereich der Wache aktuell aus.

Diese Zustände seien unvertretbar, behauptet Lars Osburg, Vize-Chef der GdP in Hamburg. Es würden dort wichtige Entscheidungen gefällt, die tief in die Grundrechte von Menschen eingreifen und über Freiheit oder Freiheitsentzug entscheiden würden. Wer höchste Professionalität erwarte, müsse auch entsprechend passende Arbeitsbedingungen bieten.

„Seit Jahren wird bei der Infrastruktur gespart, das rächt sich jetzt“, so Osburg. Der Senat müsse den angehäuften Investitionsstau beenden und den Arbeitsschutz zur Priorität machen. „Gerade am Standort St. Georg besteht akuter Handlungsbedarf.“ Wer an vernünftigen Arbeitsbedingungen spare, sagt Osburg weiter, „der spart am Ende an der inneren Sicherheit.“

„Das Ergebnis wird sich sehen lassen“

Ein Polizeisprecher erklärt auf MOPO-Nachfrage, dass sich gewisse Einschränkungen während einer nötigen Sanierung „leider nicht vollständig“ vermeiden ließen. Ziel sei es, Beeinträchtigungen in enger Abstimmung mit dem Vermieter auf ein Mindestmaß zu reduzieren. „Dass es dennoch zu Unannehmlichkeiten kommt, ist natürlich nicht schön.“ Arbeitsschutzrechtliche Vorgaben würden trotzdem stets eingehalten.

Das Gebäude am Steindamm ist in die Jahre gekommen. Nun wird es saniert.

Nach rund zwei Jahren mit mehreren Baustopps ist aber offenbar ein Ende der Einschränkungen abzusehen: Den weiteren Angaben des Sprechers nach sollen die Baumaßnahmen im Eingangs- und Wachbereichs bis Ende des Jahres beendet sein. Das Ergebnis mit moderner Technik und neuem Eingangsbereich „wird sich sehen lassen können.“

Das Hochhaus am Steindamm dient seit 1985 als Teil der Wache, die im Erdgeschoss untergebracht ist. Darüber hat die Kripo ihre Räume. Die Beamten waren davor an der Kirchenallee untergebracht.

Schlimme Zustände, nicht nur draußen: Beamte des Polizeikommissariats 11 am Steindamm (St. Georg) sind vom Hauptbahnhof und vom Hansaplatz Übles gewohnt. Was sie aktuell aber im Inneren ihrer Wache aushalten müssen, „ist unvertretbar“, so Lars Osburg von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Nach Mäusen und Kakerlaken folgte jetzt das große Schwitzen.