Hilal Ercan. Sie ist seit 1999 verschwunden.

Hilal Ercan. Sie ist seit 1999 verschwunden. Foto: Polizei Hamburg

Trauriges Jubiläum: Die Suche nach Hilal geht weiter

Für die Familie Ercan weckt der 27. Januar eine grausame Erinnerung: Vor genau 27 Jahren wurde ihre kleine Hilal zuletzt gesehen, als sie sich im Einkaufszentrum „Elbgaupassagen“ in Lurup Kaugummis kaufen wollte für ein gutes Halbjahreszeugnis. Die Umstände des Verschwindens sind bis heute nicht aufgeklärt worden. Die Familie kämpft weiter um Gewissheit.

Der Fall gilt als einer der aufwendigsten Kriminalfälle der Stadtgeschichte: etliche Polizeisuchaktionen, ein Mann, der zweimal gestand und seine Aussagen wieder zurückzog, Ermittlungsfehler, quälende Jahre des Wartens – und die nie endende Hoffnung, Hilal, die damals erst zehn Jahre alt war, doch noch zu finden. Tot oder lebendig.

„Werde den Täter bis zu meinem letzten Herzschlag jagen.“

Die Familie, teils zerbrochen an der jahrelangen Ungewissheit, sucht bis heute nach Antworten. Vor allem Bruder Abbas Ercan hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, seine Schwester zu finden. Jedes Jahr erinnert er am Ort des Verschwindens, der kleinen Einkaufspassage in Lurup, an seine Schwester. Auch dieses Jahr. „Dieses Verbrechen darf nicht vergessen werden, die Gerechtigkeit muss am Ende siegen“, sagt er. Und ergänzt: „Ich werde den Täter bis zu meinem letzten Herzschlag jagen.“

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Ende vergangenen Jahres bekam die Familie prominente Unterstützung: Smoothie-Riese „True Fruits“ bedruckte über vier Wochen einen Teil seines Sortiments mit Hilals Portrait. Die Flaschen stehen in mehr als 30.000 Märkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zusätzlich gab es ein Plakat am Winterhuder Marktplatz. Titel: „Was hast du mit meiner Schwester gemacht?“

Bisher sind auf die neueste Aktionen keine Hinweise eingegangen, die zu neuen Spuren führten. Staatsanwaltschaft und Polizei arbeiten eigenen Angaben nach weiter an dem Fall. Neue Erkenntnisse gebe es aktuell aber nicht. (dg)

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