Tränen im Michel: Bewegende Trauerfeier für erschossenen Unternehmer Florian B. (31)

Menschen vor dem Michel
Florian B. starb mit nur 31 Jahren. Nach der Trauerfeier wurde sein Sarg abtransportiert.

„Wir werden Dich immer vermissen“, „Sei froh, wo immer Du bist“. Liebevolle Gedanken stehen auf den Schleifen der in weiß gehaltenen Blumengestecke auf dem schlichten Holzsarg. Es ist die Trauerfeier von Unternehmer Florian B., der vor gut drei Wochen im Alter von nur 31 Jahren im Treppenhaus seines Wohnhauses in der Neustadt erschossen wurde. Mehr als 300 Freunde, Bekannte, Familienmitglieder und Geschäftspartner haben am Montag im Michel Abschied von einem jungen Mann genommen, der als großzügig, verlässlich und ehrgeizig beschrieben wird. Aber auch als jemand, der mit dem Gesetz in Konflikt geriet. In seiner bewegenden Trauerrede fragte Hauptpastor Alexander Röder, ob sein Tod ein Racheakt war.

Während es draußen kaum hell wurde und der Regen nicht nachließ, versammelte sich im Michel eine große Trauergemeinde. Die Orgel spielte „River flows in you“, die weißen Kerzen flackern neben dem Schwarzweiß-Porträt von Florian B. Hauptpastor Röder sprach über den Verstorbenen, der „durch ein grausames Verbrechen“ aus dem Leben gerissen wurde. „Eine sinnlose Gewalttat, die nicht zu begreifen ist“, so Röder zu den vielen Trauernden.

Wurde Florian B. Opfer eines Racheaktes im Drogenmilieu?

Tatsächlich ist bislang nicht klar, wieso der 31-Jährige am Abend des 20. Oktobers, als er nach dem Sport gegen 22 Uhr nach Hause kam, mit drei gezielten Schüssen im Treppenhaus quasi hingerichtet wurde. Die Polizei ermittelt, ob Florian B. Opfer eines Racheaktes im Drogenmilieu wurde. Denn der beliebte Unternehmer saß vor einigen Jahren wegen Drogenhandels in Bayern für einige Zeit im Gefängnis. Bis zum Ende des Jahres 2013 wurde in Hamburg bereits zweimal strafrechtlich gegen ihn ermittelt.

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Florian B. war ein Mann, der es auf den ersten Blick geschafft hatte. Geboren und aufgewachsen in Reinbek (Schleswig-Holstein), stammte er aus einer wohlhabenden Familie, liebte Tiere, segelte erfolgreich, war neugierig und wird als echter Macher, als Überflieger, beschrieben. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in München stieg er in die Immobilienbranche ein. An seinen Erfolgen ließ Florian B. die Öffentlichkeit auf Social Media gern teilhaben – sein Instagram-Profil, das rund 20.000 Follower hatte, zeigte ihn in teuren Fahrzeugen, in edlen Clubs und an exklusiven Orten.

Florian B.
Florian B. postete gern Urlaubsfotos.

Auf der Trauerfeier sprach auch der ehemalige Uni-Professor des Verstorbenen, Autor und Unternehmer Prof. Dr. Jack Nasher, der später Freund und zuletzt auch Geschäftspartner von Florian B. war. Er beschrieb „Flo“ als treue Seele, absoluten Ausnahmestudenten und feinen Kerl. Auch er erwähnt seine manchmal unkontrollierte Seite. „Aber wenn er jemand wirklich mal die Fresse poliert haben soll, ist die Chance relativ hoch, dass derjenige es auch verdient hatte“, so Nasher.

Im Juni 2022 soll es zu einem derartigen Zwischenfall gekommen sein, bei dem Florian B. und seine damalige Freundin Sophia Ninette L. in Grönwohld (Kreis Stormarn) eine junge Frau angegriffen haben sollen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck erhob Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. Demnach soll Florian B. die Geschädigte in den Schwitzkasten genommen haben, während beide auf sie einschlugen. Der Prozess dazu steht noch aus.

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Florian B. wurde im Anschluss der Trauerfeier auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet. Die Ermittlungen nach dem Täter, nach Aussagen der Polizei ein „südländisch“ aussehender Mann zwischen 30 und 40 Jahren, dauern an.