So legen Betrüger Senioren jetzt mit WhatsApp rein – auch in Hamburg

Betrüger melden sich verstärkt über WhatsApp bei potenziellen Opfern. (Symbolfoto)
Betrüger melden sich verstärkt über WhatsApp bei potenziellen Opfern. (Symbolfoto)

Viele ältere Menschen sind während Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen auf Messenger-Dienste wie WhatsApp umgestiegen. Das haben auch Betrüger entdeckt. Riefen sie potentielle Opfer früher über das Festnetztelefon an, versuchen sie über Messengerdienste an Opfer zu kommen und sie dann um ihr Erspartes zu bringen. Auch in Hamburg gibt es bereits diverse Fälle.

„Mama, ich habe mein Handy verloren und benutze jetzt mein altes Handy mit neuer Nummer“. Mit diesen Worten meldete sich am vergangenen Montag via WhatsApp ein Mann bei einer 77-Jährigen Frau aus Ahrensburg (Kreis Stormarn). Mit geschickter Gesprächsführung versuchte der angebliche Sohn die Frau dazu zu bringen, offene Rechnungen für ihn zu begleichen. Er selbst könne das nicht, weil er wegen des verlorenen Handys keinen Zugriff mehr auf sein Online-Konto hätte.

Hamburg: Enkeltrick-Betrüger haben WhatsApp entdeckt

Als die 77-Jährige der Bitte nachkam, trudelte sofort eine Forderung nach einer zweiten Überweisung ein. Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin witterte den Betrug, öffnete der Seniorin die Augen und verhinderte weiteren Schaden.

Kein Einzelfall: Im gesamten Bundesgebiet häufen sich die Anzeigen von Betrugsopfern. Auch eine Frau (55) aus Norderstedt (Kreis Segeberg) wurde auf diese Weise um rund 1500 Euro gebracht. Bei ihr hatte sich die angebliche Tochter mit gleicher Masche gemeldet.

Der Phantasie der Täter sind bei dieser Masche keine Grenzen gesetzt. Auch jüngere WhatsApp-Nutzer wurden schon Opfer. Sie erhielten Nachrichten, in den angekündigt wurde, dass es prekäre Fotos von ihnen gebe, die an die Freundin, Frau oder Familie geschickt werden würden, wenn man nicht zahle.

Polizei
Mit solch nachgestellten BKA-Anschreiben gehen die Betrüger zu Werke

In anderen Fällen machten sich die Betrüger das Bundeskriminalamt (BKA) zunutze. Das hessische Landeskriminalamt warnt derzeit vor verdächtigen WhatsApp-Nachrichten. Diese stammen angeblich vom BKA und sehen äußerst glaubwürdig aus. Sie sind sogar mit einem Briefkopf und dem BKA-Logo versehen. Zur Kontaktaufnahme wird dann eine Telefonnummer versendet. Rufen die Opfer dort an, werden sie dazu gebracht, Schmuck und Wertgegenstände zum Schutz vor Einbrechern zu übergeben.

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Auch in Hamburg ist die neue Masche schon vorgekommen. „Die Polizei verzeichnete bislang rund 40 Fälle“, teilte ein Polizeisprecher der MOPO auf Anfrage mit.

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Die Polizei rät Bürgern jedes Alters – vornehmlich Erwachsenen – sich gedanklich darauf vorzubereiten, dass auch sie über einen Messenger-Dienst auf die beschriebene oder eine ähnliche Art kontaktiert werden könnten. Ein gesundes Misstrauen stellt keine Unhöflichkeit dar. Man könne etwa um eine Sprachnachricht bitten, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um Sohn oder Tochter handelt.