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Sie stehen für die Scharia: Islamisten-Demo dreimal größer als angemeldet

Demonstration der türkischen Furkan-Bewegung auf dem Steindamm in St. Georg

Demonstration der türkischen Furkan-Bewegung auf dem Steindamm in St. Georg. (Archivbild)

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Gözübüyük

St. Georg -

Nur 80 Unterstützer der islamistischen Gruppe sollten es werden – am Ende zogen fast dreimal so viele Demonstranten durch die City: „Freiheit für Alparslan Kuytul!“ forderten gestern rund 220 Menschen beim Marsch durch St. Georg. 

Hinter dem Veranstalter der Demo stehe laut Verfassungsschutz die aus der Türkei stammende, islamistische Furkan-Gemeinschaft. Vom ZOB aus ging es pünktlich um 16 Uhr los, der Demozug – überwiegend Männer in dunklen Anzügen und Mänteln – lief über die Adenauerallee und den Steindamm bis zum Hansaplatz. 

Angemeldet bei der Polizei waren 80 Teilnehmer. Doch der Verfassungsschutz rechnete mit viel mehr. Und so kam es auch: 220 Menschen begleiteten die friedliche Demonstration, darunter auch viele Frauen mit Kopftüchern und Kindern. Die Polizei lief mit und sperrte Straßen .„Kein Urteil, kein Prozess – warum haltet ihr ihn fest?“, hallte es aus dem Zug. 

Laut Verfassungsschutz strebt die die Furkan-Gemeinschaft die Errichtung einer islamischen Zivilisation an, eine Art weltweites Kalifat, in dem die Regularien der Scharia gelten sollen. Bisher agierte die Gruppierung eher im privaten Bereich. Seitdem ihr geistiges Oberhaupt, Alparslan Kuytul, Ende Januar in der südtürkischen Stadt Adana ins Gefängnis kam, agiert sie stärker in der Öffentlichkeit.

Gruppe distanziert sich von Islamismus

Einem Sprecher der Demonstranten zufolge gehe es der Gruppierung jedoch nur darum, den Islam friedlich auszuleben. Gewalt dürfe dabei nicht angewendet werden. Auf keinen Fall stelle man sich auf Seiten krimineller Organisationen wie des IS.

Islamisten seien Sie auch nicht. „Wir fordern nur die Freilassung Kuytuls nach seiner ungerechten Inhaftierung“, so der Sprecher. Es dürfe nicht sein, dass ein Mann weggesperrt wird, nur, weil er seine Meinung zum politischen Geschehen äußere. 

„Wir sind nur ehrlich zu den Menschen", sagte der Sprecher. „Wir zwingen niemanden, unserem Glauben beizutreten. Dies ist ein friedlicher Protest und eine friedliche Gruppierung.“ 

Um 17 Uhr war nach einer Kundgebung Schluss.