Mann mit Rollator stürzt vom Bahnsteig – auch Retter in Lebensgefahr
Ein dramatischer Unfall hat sich in der Nacht zu Donnerstag an der S-Bahn-Station Ottensen ereignet. Dabei brachten sich zwei Retter unwissentlich selbst in Lebensgefahr.
Gegen 0.25 Uhr stürzte ein 65-Jähriger mit seinem Rollator ohne Fremdeinwirkung vom Bahnsteig ins Gleisbett. Der Mann blieb dort regungslos liegen – bei laufendem S-Bahn-Betrieb.
Eine 30 Jahre alte Frau und ein 32 Jahre alter Mann, die ebenfalls am Gleis warteten, eilten ihm zu Hilfe. Sie zogen den Mann aus dem Gleisbereich – ohne zu ahnen, dass sie sich dabei selbst in Lebensgefahr begaben. Denn ihr Rettungsweg führte über die von ihnen nicht als solche erkannte Stromschiene, an der zu diesem Zeitpunkt noch 1200 Volt Spannung anlagen.
Lebensgefahr: Bundespolizei lässt Strom abschalten
Erst nach der Alarmierung der Einsatzkräfte veranlasste die Bundespolizei die Sperrung der Gleise und die Abschaltung des Stroms. Die Feuerwehr rettete den Mann schließlich sicher auf den Bahnsteig.
Der 65-Jährige kam mit mehreren Knochenbrüchen und einer Kopfverletzung in ein Krankenhaus. Unter Alkoholeinfluss stand er nach Angaben der Polizei nicht. Die couragierten Helfer wurden von den Beamten darüber aufgeklärt, wie gefährlich ihre Aktion wirklich war.
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Die Bundespolizei geht von einem Unfall aus und warnt eindringlich vor Rettungsaktionen im Gleisbereich: „Die Bundespolizeiinspektion Hamburg begrüßt ausdrücklich die immer wieder in Hamburg, wie auch in diesem Fall, gezeigte Zivilcourage engagierter Helfer. Aber Helfer sollten sich nicht selbst in Lebensgefahr bringen.“
Man solle stattdessen Notrufsäulen nutzen oder die Polizei verständigen, damit Strom und Bahnverkehr gestoppt werden können – um weitere Gefahren zu vermeiden. (rei)
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