Mitten in Hamburg: Polizist schießt mutmaßlichen Reichsbürger nieder
Bei einem Polizeieinsatz in Lurup ist bereits am Freitagnachmittag ein Mann (74) durch Schüsse verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in der Jevenstedter Straße, wo Beamte des Polizeikommissariats 25 eine Gerichtsvollzieherin bei einer Amtshandlung unterstützten. Nun gibt es neue Erkenntnisse.
Laut Polizei kam es während des Einsatzes gegen 14 Uhr zu einer bedrohlichen Situation: Ein Mann soll die Beamten mit einer scharfen Schusswaffe bedroht haben. Der 74-Jährige habe unmittelbar auf die Beamten gezielt, so ein Sprecher. Die Polizisten schossen ihn daraufhin an.
Am Samstagnachmittag teilte die Polizei mit, dass der verletzte Rentner sich mittlerweile in einem stabilen Zustand befinde und gegen ihn ein Verfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet worden sei. Das Motiv des Mannes sei noch unklar, aber: „Aufgrund erster Anhaltspunkte wird insbesondere auch geprüft, inwieweit ein Zusammenhang zur sogenannten Reichsbürgerszene besteht“, so der Sprecher weiter. Ein Haftrichter habe am Samstag Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Die eingesetzten Polizisten blieben unverletzt. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die Kollegen in Notwehr geschossen haben. Wie üblich in solchen Fällen prüft das Dezernat Interne Ermittlungen die Rechtmäßigkeit des Einsatzes. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreute Zeugen und Beteiligte vor Ort.
Reichsbürger? Mann von Polizei angeschossen – Entschärfer im Einsatz
Am Abend waren in der Straße Entschärfer der Polizei im Einsatz. Beamte mit Schutzwesten und Helmen gingen auf ein Grundstück. Die Feuerwehr beleuchtete das Gelände vor einem Haus von einem Fahrzeug aus. Das Lagezentrum der Polizei wollte dazu zunächst keine Angaben machen.
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Die Gewerkschaft der Polizei stärkte den Beamten nach dem Schusswaffeneinsatz den Rücken. GdP-Vize Lars Osburg betonte, die Polizisten hätten in einer akuten Gefahrensituation „besonnen und rechtskonform“ gehandelt. Der Griff zur Waffe sei immer die Ultima Ratio, werde aber in Sekundenbruchteilen entschieden. Voreilige öffentliche Urteile würden die Einsatzkräfte unnötig belasten. (mp)
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