Razzia in Shisha-Bars: Warum die Hamburger Polizei jetzt zum großen Schlag ausholt
Nach einer Serie von Gewalttaten, bei denen Menschen verletzt und sogar getötet wurden, schlägt die Polizei zurück: In einer koordinierten Aktion haben Einsatzkräfte am Montagabend gleich mehrere Shisha-Bars in der ganzen Stadt gestürmt. Jetzt scheint klar: Hinter den Kulissen geht es um Geldwäsche, illegalen Tabak und gefährliche Milieukonflikte, die immer wieder in blutigen Auseinandersetzungen gipfeln.
Immer wieder kam es in Shisha-Bars zu schweren Auseinandersetzungen – mit Verletzten und Toten. Zuletzt wurde in einem Lokal an der Lübecker Straße (Hohenfelde) ein Mann durch ein Toilettenfenster erschossen. Der Täter ist weiterhin flüchtig.
Immer wieder blutige Auseinandersetzungen, Schüsse und Tote
Es war nicht die erste Bluttat in dem Lokal: Im Juli 2022 wurde dort ein Mann mit mehreren Schüssen regelrecht hingerichtet. Im Dezember 2024 folgte eine massive Prügelei, als ein Rollkommando den Laden stürmte – eine bekannte Rotlichtgröße wurde verletzt. Nach MOPO-Informationen liegen die Hintergründe in Konflikten innerhalb des Milieus.
Seit Längerem stehen Gruppen von Albanern und Tschetschenen im Konflikt – inzwischen sollen auch Armenier involviert sein. Dabei soll es um illegale Wetten bei Käfigkämpfen und um Machtfragen im Milieu gehen.
Geldwäscheverdacht: Betreiber leben in Luxus
Auch Geldwäsche und der Handel mit unversteuertem Shisha-Tabak spielen eine Rolle. Die Zahl der Bars ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen – besonders entlang der Wandsbeker Chaussee, der Lübecker Straße und im Harburger Raum. Viele Lokale wirken kaum besucht, doch ihre Betreiber leben auffällig luxuriös und fahren hochpreisige Autos.
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Neben Gewaltdelikten gab es regelmäßig weiteren Anlass für Polizeieinsätze: fehlerhafte Abluftanlagen mit Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung, unversteuerter Tabak, Schwarzarbeit, illegaler Aufenthalt, illegales Glücksspiel und Verstöße gegen den Jugendschutz.
Gemeinsam mit Zoll, Finanzämtern und Bezirksämtern hatte die Polizei bereits in der Vergangenheit Stichprobenkontrollen durchgeführt – oft mit Erfolg. „Nun wurde erstmals ein größerer, hamburgweiter Verbundeinsatz zur Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben in Shisha-Bars durchgeführt“, sagte Polizeisprecher Christian Schreiber zur MOPO. Insgesamt kontrollierten 145 Einsatzkräfte 17 Bars im gesamten Stadtgebiet.
Polizeipräsident kündigt weitere Razzien an
Polizeipräsident Falk Schnabel, der die Einsätze am Montagabend begleitete, erklärte: „Die Gewaltvorfälle der letzten Zeit zeigen, dass einige Shisha-Bars offenbar Treffpunkt und Rückzugsort von kriminellen Strukturen sind. Neben den Ermittlungen unseres LKA werden wir nun auch verstärkt mit unseren Verbundpartnern diese Lokale ins Visier nehmen.“
Auch bei der Razzia am Montagabend wurden die Beamten erneut fündig: Mehrere Kilo unversteuerten Shisha-Tabaks wurden sichergestellt, zudem defekte Kohlenmonoxid-Warner, erhöhte Kohlenmonoxidwerte sowie fehlende Gewerbe- und Steueranmeldungen. In mehreren Bars war – wie schon oft zuvor – kein Verantwortlicher anzutreffen.