Mehrere Beamte stehen in einem Laden.

Die Razzia dreht sich um den Verdacht des illegalen Finanztransfers. Hier durchsuchen die Beamten einen Obstladen am Steindamm. Foto: Marius Röer

Illegale Geschäfte mit „Hawala“-Geldsystem: Razzien in Hamburg und im Norden

Großer Aufschlag im Kampf gegen illegale Geldgeschäfte! Seit dem frühen Vormittag sind mehrere Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Hamburg am Steindamm stationiert. Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der MOPO mitteilt, werden in Hamburg und Schleswig-Holstein aktuell vier Objekte durchsucht. Bei der Razzia geht es um spezielle Geldgeschäfte.

Laut der Bafin geht es bei den Durchsuchungen um den Verdacht illegaler Finanztransfers. Dabei steht das Überweisungssystem Hawala im Fokus. Das ist ein vor allem in muslimischen Ländern verbreitetes Netzwerk aus Agenten ist, die gegen Gebühr von ihren Kunden Bargeld annehmen und von einem anderen Agenten im Ausland an den Empfänger auszahlen lassen. Die Verrechnung der angenommenen und ausgezahlten Geldbeträge regeln die „Hawaladare“ auf verschiedene Weise untereinander.



Entscheidend ist dabei, dass kein Bargeld über Ländergrenzen hinweg transportiert wird und sowohl Sender als auch Empfänger der Gelder anonym bleiben, anders als bei einer Banküberweisung. Das System ist daher für Geldwäsche attraktiv. Wenn die Agenten allerdings eine Zulassung bei der Bafin beantragen oder Geldtransfers nur im kleinen Rahmen tätigen, ist Hawala in Deutschland legal.

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Die Aktion wird aktuell gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank, der Polizei Hamburg sowie der Bereitschaftspolizei Hamburg durchgeführt. Über die Objekte, die konkret betroffen sind, und die Dauer der Aktion, macht die Bafin aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst keine Angabe. Eine ähnliche Razzia gab es bereits im April 2025 in der Billstraße (Billbrook).

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