Rassismus-Eklat auf Vatertagstour – Polizeieinsatz im Hamburger Westen
Eklat bei einer Vatertagstour: Am Wildgehege im Klövensteen (Rissen) soll eine Gruppe Männer am Donnerstagnachmittag ausländerfeindliche Parolen gegrölt haben. Als ein Spaziergänger sich beschwerte, wurde er angegriffen. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen im Einsatz.
Mehrere betrunkene Männer, die am Sandmoorweg mit einem Trecker samt Anhänger unterwegs waren, sollen über eine Lautsprecherbox das Lied „L’Amour Toujours“ abgespielt haben. Dazu skandierten sie bei einigen Passagen „Ausländer raus“, sagt ein Zeuge.
Zeuge schreitet ein und wird angegriffen
Torben S. (33) aus Blankenese war zu diesem Zeitpunkt mit Familienmitgliedern dort unterwegs. „Ich habe die Situation als zutiefst menschenverachtend und demokratiegefährdend und als Gefahr für das Zusammenleben wahrgenommen“, so der 33-Jährige zur MOPO. Nach eigenen Angaben sprach er die Männer auf die Parolen an: „Daraufhin wurde ich beleidigt, geschubst und attackiert.“ Andere Zeugen alarmierten die Polizei.
Ein Polizeisprecher bestätigte der MOPO den Einsatz, zu dem etwa sechs Streifenwagen ausrückten. Als tatverdächtig gelten etwa 18 Männer im Alter von 17 bis 60 Jahren. Es seien Personalien festgestellt und Strafverfahren eingeleitet worden. Der Staatsschutz ermittelt.
Bekannter Song wird immer wieder für ausländerfeindliche Parolen missbraucht
Das Lied „L’Amour Toujours“ des italienischen DJ Gigi D’Agostino ist in der Vergangenheit mehrfach für rassistische Parolen missbraucht worden. An Pfingsten 2024 grölten einige Gäste der Nobel-Bar „Pony“ auf Sylt dazu ausländerfeindliche Parolen. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei ermittelten wegen des Verdachts der Volksverhetzung.
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Torben S. ist nach dem Vorfall entsetzt. Er sagt: „Ich gönne ja jedem seinen Spaß auf Feiern, Partys und Events. Aber gegen das Absingen von ausländerfeindlichen Liedern muss eingeschritten werden.“ Er würde wieder so handeln, sagt er.