Polizei warnt vor Telefon-Abzocke: Fallen Sie bloß nicht auf diese fiese Masche rein!
Die Hamburger Polizei und die Verbraucherzentrale warnen vor neuen Betrugsmaschen am Telefon: Opfer verlieren dabei teils Tausende Euro – ohne die Aussicht, das Geld jemals wieder zu bekommen. So können Sie sich schützen.
PayPal gilt als sicher, und trotzdem versuchen Gauner immer wieder, dieses Vertrauensgefühl auszunutzen. Jetzt rufen sie Ahnungslose mit unterdrückter Nummer an und lassen zunächst eine Computerstimme reden: „Hallo, mein Name ist Jessica.“
„Wenig Aufwand für Täter, aber im Zweifel ein hoher Ertrag“
„Jessica“ berichtet dann darüber, dass eine Zahlung von mehreren Hundert Euro getätigt wurde, beispielsweise an Zalando, Ebay oder Amazon. „Bitte drücken Sie die Taste 1 auf ihrem Telefon, um dies zu verhindern.“ Wird die Taste gedrückt, wird das Opfer mit einem Callcenter-Mitarbeiter verbunden. Der täuscht dann vor, die Zahlung stoppen zu wollen – wenn er dann aber sensible Daten des Opfers hat, benutzt er diese nur, um Geld aufs Konto der Gauner zu überweisen. „Wenig Aufwand für Täter, aber im Zweifel ein hoher Ertrag“, so eine Sprecherin der Verbraucherzentrale.
Vor einigen Monaten war bereits eine andere PayPal-Betrugsvariante öffentlich geworden: Gewarnt wurde vor der Funktion „Geld an einen Freund senden“, die online über sogenannte Fakeshops abläuft. Geldbeträge könnten so nicht mehr zurückgefordert werden. Die Verbraucherzentrale rät dringlichst darauf zu achten, dass auch immer für die Artikel und Dienstleistung bezahlt wird, die einem bekannt sind.
Der Betrug fällt erst gar nicht auf
Aktuell ist nach MOPO-Informationen nun auch noch diese Masche im Umlauf: Menschen bekommen Anrufe einer ebenfalls unbekannten Nummer. Ein vermeintlicher DHL-Mitarbeiter sagt, dass ein Paket in Zustellung sei, er dafür aber die PIN brauche, die soeben als SMS gekommen sei. In einem ersten Schritt hatten die Täter hier die Telefonnummer der Opfer bei Telefonica-Portalen (oft O2) eingegeben und den PIN angefordert, um sich ins Online-Konto einloggen zu können.
Die Täter bestellen dann hier die kartenlose eSIM, installieren diese auf ein Handy, loggen sich ein und tätigen Einkäufe im Namen des Opfers – ohne, dass die davon erfahren. „Weil man die eSIM nicht in der Hand hat und alles im Hintergrund passiert, ist einem der Betrug erst gar nicht klar“, sagt auch die Sprecherin der Verbraucherzentrale, die die neue Masche bestätigt. Sie ergänzt: „Es werden oft Gutscheine gekauft, zum Beispiel bei Microsoft. Oft geht der Schaden bis in die Tausende, weil die Betrüger in dem Account schalten und walten können, wie sie das wollen.“
Polizei und Verbraucherzentrale warnen davor, den PIN am Telefon weiterzugeben. Auch Telefonica schreibt bei der Übermittelung des PINs per SMS, dass dieser nicht am Telefon weitergegeben werden dürfe – das mache dann die Erstattung des Schadens schwierig, so die Verbraucherzentrale, weil die Anbieter anmerken, darauf hingewiesen zu haben. Die Sprecherin daher: „Prävention ist viel wichtiger. Seien Sie immer skeptisch!“
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Dazu raten auch die Experten der Hamburger Polizei, auch wenn glücklicherweise die meisten der Betrugsversuche nicht erfolgreich seien, so ein Sprecher; Menschen durchschauten den Betrug und verhielten sich richtig. Man dürfe niemals persönliche Daten weitergeben, müsse im Zweifel einfach auflegen.
So viele Taten wurden in Hamburg angezeigt
Trotzdem habe es im vergangenen Jahr 35 PayPal-Betrugsversuche gegeben, von denen acht erfolgreich waren. Im ersten Halbjahr 2024 waren es 30 Versuche und zehn Treffer. Der Polizeisprecher: „Der Schaden bewegt sich dabei jeweils im niedrigen, fünfstelligen Bereich.“ Zu der neuen Telefonica-DHL-Variante gibt es noch keine validen Zahlen.
Insgesamt wurden 2023 in Hamburg 1522 Trickbetrugs-Taten angezeigt. Im Jahr davor waren es rund 500 weniger. Die Maschen sind vielfältig: Enkeltrick, Schockanrufe, Lovescam. Und der Schaden immens: er geht in die Millionen.