Mitten im Hamburg! Wolf beißt Frau in Einkaufspassage – das ist über Angriff bekannt
Wolf-Alarm mitten in Hamburg! Am Montag hat ein wilder Wolf eine Frau in Altona gebissen, unweit der dortigen Ikea-Filiale. Später lief das Tier offenbar quer über den Kiez bis in die Innenstadt, wo der Wolf offenbar direkt am Jungfernstieg aus der Binnenalster gefischt wurde. Mittlerweile gibt es erste bestätigte Informationen der Behörden.
Die Hamburger Polizei hat einen Wolf im Bereich der Binnenalster eingefangen. Zuvor, so bestätigte es die Polizei, hatte das Tier mitten in Altona eine Frau gebissen. Gegen 19 Uhr war der Wolf unweit der dortigen Ikea-Filiale an der Großen Bergstraße in eine Einkaufspassage gelaufen, wie die Umweltbehörde auf Nachfrage bestätigte. Darin befinden sich unter anderem ein Aldi-Markt und eine Edeka-Filiale.
Wolf greift Frau in Altona an – Krankenhaus
Als eine Frau versuchte, das Tier aus dem Gebäude zu führen, wurde sie gebissen – anschließend kam sie in ein Krankenhaus. Die Frau wurde nach MOPO-Informationen ins Gesicht gebissen. Die Verletzungen im Mundbereich bluteten zwar, waren aber nicht lebensgefährlich.
Wölfe gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Dieses Tier hatte sich aber offensichtlich verirrt, in der stark frequentierten Einkaufsstraße ist ein enger Kontakt mit Menschen kaum zu vermeiden.
Im Anschluss ist der Wolf weiter nach Osten gelaufen. Er wurde unter anderem auf St. Pauli und im Karoviertel an der Feldstraße und an den Messehallen gesichtet. Schließlich sprang er auf der Flucht vor der Polizei in die Binnenalster.
Wolf in Hamburg: sediert und abtransportiert
Der Wolf sei ziemlich entkräftet gewesen, sodass die Beamten ihn am Alsterpavillon mit einer Schlinge aus dem Wasser ziehen und fixieren konnten. Das Tier war so erschöpft, dass es ohne Betäubung in eine Transportbox getrieben werden konnte.
Die Spezialisten sedierten den Wolf und transportierten ihn ab. Inzwischen ist er im Wildgehege Klövensteen untergebracht worden. Am Dienstag soll entschieden werden, was nun mit dem Tier passiert. Man sei dabei, alle Fakten zusammenzutragen, so der Sprecher der Umweltbehörde. Im Laufe des Tages werde man sich äußern.
CDU mit scharfer Kritik am Senat
Der rot-grüne Senat habe die Gefahren durch Wölfe völlig unterschätzt, kritisierte am Dienstag die CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Erst kürzlich haben SPD und Grüne einen Antrag der CDU in der Bürgerschaft abgelehnt, den Wolf unverzüglich in das Hamburger Jagdrecht aufzunehmen“, sagte Ralf Niedmers, Jagdexperte der CDU-Fraktion. „Dieses Nein war nicht nur kurzsichtig, es war fahrlässig gegenüber der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.”
Der Bundesrat hatte erst vor wenigen Tagen (27. März) über eine Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz positiv abgestimmt. Hamburg war nicht dabei. Für die CDU-Fraktion sei dies „völlig unverständlich“. Hamburg brauche konsequente jagdliche Maßnahmen, um gefährliche Begegnungen in Hamburg zukünftig zu verhindern.
Mehrere Wolf-Sichtungen in Hamburg
Laut früheren Angaben der Umweltbehörde hatten mehrere Menschen seit Samstag einen Wolf gesichtet. Zunächst sei dieser in Parks entlang des Falkensteiner Ufers in Blankenese beobachtet worden, später auch weiter östlich in Nienstedten und Othmarschen. Ein Wolfsexperte habe später anhand eines Videos und eines Fotos aus der Bevölkerung bestätigt, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handele.
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Dass es sich um dasselbe Tier handelt, das bereits seit dem Wochenende in mehreren Stadtteilen gesichtet wurde, ist zwar wahrscheinlich – eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber noch nicht. Ein Sprecher der Leitstelle sagte aber, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.
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