Hamburg
Neue Karte zeigt: Wer hier Alkohol trinkt, bekommt Ärger mit der Polizei
Ein Bier auf dem Hansaplatz kann jetzt teuer werden: Hamburg hat das Alkoholverbot rund um den Hauptbahnhof ausgeweitet. Eine neue Karte zeigt, in welchen Teilen von St. Georg es gilt.
Die neue Alkohol-Verbotszone in St. Georg gilt seit dem 1. August und umfasst unter anderem den Hansaplatz, den oberen Steindamm und den Bereich rund um den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB).
Beim ersten Verstoß drohen 40 Euro Bußgeld, bei Wiederholungen können bis zu 200 Euro fällig werden. Das Verbot bezieht sich allerdings nur aufs Trinken: Verschlossen dürfen alkoholische Getränke weiterhin mitgeführt werden.
Um den Hauptbahnhof: Alkoholverbot wird ausgeweitet
Das Alkoholverbot galt bislang direkt am Hauptbahnhof. Dort war die Regelung neben weiteren Maßnahmen wie der Quattro-Streife, dem Waffenverbot und Videoüberwachung eingeführt worden. Anwohner hatten sich jedoch beschwert, dass sich das Drogen- und Alkoholproblem dadurch lediglich nach St. Georg verlagert habe.
Ob die Ausweitung für eine dauerhafte Entlastung sorgt oder sich die Probleme erneut verschieben, ist offen. Die Regelung gilt zunächst für ein Jahr. In dieser Zeit sollen Anwohner, Gewerbetreibende und soziale Einrichtungen nach ihren Erfahrungen mit dem Verbot befragt werden.
Polizeipräsident Falk Schnabel erklärte bei einem Vor-Ort-Termin am Montag, die bisherigen Maßnahmen rund um den Hauptbahnhof hätten die Lage verbessert, die Belastung vieler Anwohner sei aber weiterhin hoch. Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer (SPD) sprach von einer „sorgfältig abgewogenen Entscheidung“.
St. Georg: Mehr als 29.000 Straftaten
Der Stadtteil St. Georg gilt als sozialer Brennpunkt. Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten ging im vergangenen Jahr zwar um 5,9 Prozent zurück. Mit mehr als 29.000 Delikten blieb der Stadtteil jedoch Hamburgs Kriminalitätsschwerpunkt. Auf St. Pauli wurden zum Vergleich rund 13.000 Straftaten gezählt.
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Die Polizei registrierte nach Angaben der Behörden zahlreiche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten unter Alkoholeinfluss. Das Verbot soll die Belastung für Anwohner reduzieren.
Polizei Hamburg: Mehr Kontrollen und „Weckstreife“
Zusätzlich zum Alkoholverbot sollen Menschen in St. Georg vermehrt kontrolliert und ausländische Straftäter in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. Den Angaben der Behörden zufolge haben die meisten Störer und Straftäter rund um den Hauptbahnhof keinen festen Wohnsitz und häufig auch kein Aufenthaltsrecht. Zugleich soll es mehr Unterstützung für suchtkranke und obdachlose Menschen geben.
Zur Entlastung der Wohnquartiere hat die Polizei auch ihre sogenannte „Weckstreife“ neu ausgerichtet. Beamte gehen morgens gegen 6 Uhr durch die Straßen rund um Steindamm und Steintorweg und wecken Menschen, die in Hauseingängen schlafen. (nf/dpa)
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