„Nazi“ gesprüht, Autoreifen platt: Vandalismus an Haus von AfD-Vorsitzenden

AfD-Jungpolitikerin Julia Gehrckens
Am Haus der AfD-Jungpolitikerin Julia Gehrckens wurde das Wort „Nazi“ an die Wand gesprüht.

Schwarze Farbe an Haus und Auto, platte Reifen und der Schriftzug „Nazi“: Nach einem Angriff auf eine Vorständin der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland ermittelt der Staatsschutz.

Das Wohnhaus und ein Auto einer AfD-Kommunalpolitikerin sind in Winsen (Landkreis Harburg) Ziel eines mutmaßlich politisch motivierten Angriffs geworden. Bei der Betroffenen handelt es sich nach Angaben der AfD Niedersachsen um Julia Gehrckens. Die Kommunalpolitikerin ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Harburg-Land und gehört dem Vorstand der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland an.

Der Staatsschutz ermittelt

Die Fassade des Einfamilienhauses und der davor geparkte Wagen wurden in der Nacht zum Mittwoch mit schwarzer Farbe beschmiert, wie die Polizei mitteilte. An die Hauswand sei unter anderem das Wort „Nazi“ gesprüht worden. Außerdem sei Luft aus mehreren Reifen des Autos gelassen worden.

Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Beleidigung. Weitere Angaben zum Hintergrund machten die Ermittler mit Verweis auf laufende Ermittlungen zunächst nicht. Die Schadenshöhe ist noch unklar.

Politikerin stand parteiintern in der Kritik

AfD-Landeschef Ansgar Schledde sprach von einem „mutmaßlich linksextrem motivierten Angriff“ und einem „feigen Einschüchterungsversuch“. Nach Angaben der AfD Niedersachsen wurden für Gehrckens inzwischen Spenden gesammelt. Wie der Landesverband auf Instagram mitteilte, kamen dabei mehr als 5500 Euro zusammen.

Gehrckens war zuletzt selbst parteiintern in die Kritik geraten. Der niedersächsische AfD-Landesverband hatte bestätigt, dass gegen sie eine Rüge ausgesprochen worden war. Hintergrund waren Äußerungen, die durch Recherchen von RTL und „Stern“ bekannt geworden waren. Gehrckens soll dabei unter anderem Pforzheim als „gottlose Kanaken-Stadt“ bezeichnet haben. Gehrckens hatte die Äußerungen später bedauert. (dpa/mp)