Biss nach HSV-Spiel: Auseinandersetzung verlief anders – Mann von Fans angegriffen
Nach dem DFB-Pokalspiel des HSV gegen Holstein Kiel ist es in einer Hamburger S-Bahn zu einer brutalen Auseinandersetzung gekommen. Die Bundespolizei nahm zunächst einen Tatverdächtigen fest. Nach weiteren Ermittlungen stellt sich das Geschehen aber anders da, als zunächst mitgeteilt.
Der Großeinsatz der Bundespolizei rund um das Pokalspiel zwischen dem HSV und Holstein Kiel verlief zunächst überwiegend ruhig. Von den 57.000 Besuchern kamen mehr als 25.000 per Bahn zum Volksparkstadion. Doch in der Abreisephase kam es zu einem massiven Zwischenfall: Gegen 1 Uhr eskalierte in einer fahrenden S-Bahn zwischen Sternschanze und Dammtor ein Streit, bei dem drei Männer, darunter zwei HSV-Anhänger verletzt wurden.
Mann wird von HSV-Fans angegriffen
In einer ersten Polizeimitteilung hieß es, ein Fahrgast (34) habe andere Passagiere ohne erkennbaren Grund massiv belästigt und beleidigt. Unter den Mitfahrenden befanden sich zahlreiche HSV-Fans auf dem Heimweg vom Spiel. Dabei habe der Mann, ein ghanaischer Staatsangehöriger, einem 41-Jährigen plötzlich eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Als ein weiterer Fan (23) versucht haben soll, beruhigend einzugreifen, sei auch dieser schwer attackiert worden. So habe ihm der Mann mehrfach ins Bein und in die Hand gebissen. Der junge Mann kam mit blutenden Wunden in ein Krankenhaus.
Weitere Ermittlungen der Bundespolizei zeigen jedoch, dass die Auseinandersetzung anders verlief, als zunächst mitgeteilt: „Nach jetzigem Ermittlungsstand der Bundespolizei wurde der Ghanaer nach Ankunft im Bahnhof Dammtor mit Gewalt durch mehrere HSV-Fans aus dem Waggon gezogen und mit Tritten und Schlägen angegriffen“, so die Bundespolizei.
Bei der weiteren Auseinandersetzung habe er dem 23-Jährigen dann zunächst ins Bein und in die Hand gebissen. Anschließend sei er wieder in die S-Bahn gegangen, die weiterhin am Bahnsteig stand. Doch die HSV-Fans hätten ihn erneut mit Gewalt herausgedrängt. Daraufhin soll der Mann eine Glasflasche in die Menge geworfen und dabei den 41-jährigen Fan am Kopf getroffen haben.
Mehrere Strafverfahren eingeleitet
Als die S-Bahn um 1.10 Uhr im Bahnhof Dammtor hielt, flüchtete der 34-Jährige zunächst. Eine Streife der Landespolizei erkannte ihn jedoch wenig später am Bahnhof und nahm ihn wenige Minuten später vorläufig fest. Anschließend wurde er der Bundespolizei überstellt.
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Bei der Überprüfung stellte sich heraus: Der Ghanaer hält sich laut Ermittlern unerlaubt in Deutschland auf. Neben Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung wurde deshalb auch ein weiteres Strafverfahren eingeleitet. Aufgrund der neuen Erkenntnisse erwartet nun auch die beiden HSV-Fans ein Gegenverfahren wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung.
Eigentlich war angedacht, den Ghanaer in die Untersuchungshaftanstalt zu bringen. Davon wurde schließlich doch abgesehen und der Mann wurde wieder entlassen. Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern an. (mp)
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