Polizei

Nach Haspa-Coup: Plötzlich vier Festnahmen – und eine dubiose Clan-Verbindung

Polizisten sichern nachts die Haspa-Filiale am Rauhen Haus in Hamburg nach einem versuchten Überfall.
Im November 2023 brachen sechs maskierte Männer in die Haspa in Hamm ein. (Archivbild)

Nach dem Überfall auf eine Haspa wurden vier Verdächtige gefasst. Nun ist klar, wie viel sie erbeuten konnten – obwohl sie ertappt wurden.

Plötzlich standen ihnen maskierte Männer gegenüber: Eine Haspa-Mitarbeiterin und eine Kundin überraschten im November 2023 mehrere Bankräuber. Die sechs Täter flüchteten. Inzwischen konnte ein Teil der Gruppe festgenommen werden. Dabei stellte sich auch heraus: Die Täter sind keineswegs mit leeren Händen geflohen.

Am Nachmittag des 23. November 2023 schlichen die Männer sich in die Haspa-Filiale an der Hammer Landstraße (Hamm). Sie versuchten über die Tiefgarage in die Kellerräume vorzudringen, hieß es damals. Doch sie wurden überrascht und flüchteten – mit 1,95 Millionen Euro Bargeld aus dem Tresorraum.

Nach Überfall auf Haspa: vier Verdächtige gefasst

Direkt nach der Tat waren keine Angaben zu der Schadenshöhe gemacht worden. Ein Polizeisprecher teilte sogar explizit mit, es handele sich nicht um einen Überfall, die Polizei gehe von einer „versuchten Einbruchstat aus“. Zunächst rechneten die Beamten nur mit zwei bis vier Tätern, dann stellte sich heraus: Es waren sechs.


Zwei Verdächtige wurden Mitte Mai in Berlin gefasst. Zuerst hatte die „Bild“ berichtet. Zwei weitere mutmaßliche Täter sitzen bereits wegen anderer Straftaten in Haft. Wie genau es zu den Festnahmen kam, erklärt die Staatsanwaltschaft aus taktischen Gründen nicht. Die zwei verbliebenen Männer befinden sich weiter auf der Flucht.

Täter sollen Verbindungen zu Remmo-Clan haben

Nach Informationen der „Bild“ sollen die Täter Verbindungen zum Berliner Remmo-Clan haben. Die Großfamilie landete schon häufiger mit spektakulären Raubtaten in den Schlagzeilen.

So soll Muhamed Remmo im Februar 2021 mit drei Komplizen einen Geldtransporter von einer Volksbank-Filiale in Berlin ausgeraubt und 650.000 Euro erbeutet haben. Auch für Diebstähle aus einer Berliner Bank (2014) aus dem Berliner Bode-Museum (2017) und aus dem Grünen Gewölbe in Dresden (2019) wurde der Clan verantwortlich gemacht – und auch bei dem spektakulären 100-Millionen-Euro-Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen wird ein möglicher Bezug geprüft.

Die Staatsanwaltschaft äußert sich auf Nachfrage nicht zu mutmaßlichen Verbindungen oder zu einer möglichen Anklage im Hamburger Fall. Gegen die vier gefassten Verdächtigen wurde noch keine offizielle Anklage erhoben.


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