Ärger nach Böller-Attacken auf Polizei:„Spürbare Strafen“ gefordert
Nach gezielten Angriffen auf Polizei-, Feuerwehr- und Rettungskräfte fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Konsequenzen und „spürbare Strafen“. Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk e.V spricht sich für Prävention statt Verbote aus.
In Wilhelmsburg, Harburg, aber vor allem in Steilshoop sind Einsatzkräfte und auch Passanten gezielt mit Böllern und Raketen angegriffen worden. Ein Polizist konnte seinen Dienst nicht fortsetzen, neun weitere wurden verletzt.
„Alles andere wäre ein falsches Signal“
„Wer gezielt Böller und Pyrotechnik auf Polizeikräfte wirft, handelt nicht aus einer spontanen Situation heraus. Das ist eine bewusste Form von Gewalt und eine klare Grenzüberschreitung“, sagt Horst Niens, Landesvorsitzender der GdP Hamburg. Dass es nicht zu schwerwiegenderen Eskalationen kam, sei dem professionellen und entschlossenen Einsatz aller Kräfte zu verdanken.
Nach GdP-Einschätzung handelt es sich bei den Tätern um Personen, die sich auch im Alltag nur „schwer an Regeln und Normen unserer Gesellschaft halten“ und Anlässe wie Silvester oder Halloween als „Event“ ansehen, um gezielt Einsatzkräfte anzugreifen.„Der Staat darf nicht erst an Silvester reagieren, sondern muss auf verschiedenen Ebenen konsequent handeln; repressiv, präventiv und ordnungspolitisch“, erklärt Niens. Er spricht von einem tieferliegenden Problem und erwartet „schnelle Ermittlungen, konsequente Strafverfolgung und spürbare Strafen. Alles andere wäre ein falsches Signal“.
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Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk e.V gab bekannt, dass der Jahreswechsel deutlich gezeigt habe, dass 99,9 Prozent der Menschen sicher und bunt feierten. „Für rund ein Viertel der Bevölkerung gehört das aktive Selberzünden von Silvesterfeuerwerk dazu, Millionen weitere schauen zu und erfreuen sich am Lichterglanz“, so Vorsitzender Christoph Kröpl. „Ein Verbot des legalen und sicheren Silvesterfeuerwerk würde die Kriminalisierung von Millionen friedlichen Bundesbürgern bedeuten.“
Auch in einer weitestgehend friedlichen Silvesternacht sei es zu dramatischen Vorfällen mit illegaler Pyrotechnik aus dem Profi-Bereich gekommen, die niemals in den Händen von Laien hätten landen dürften. Dazu kämen gefährliche Eigenlaborate, so Kröpl. Es fordert konsequentes Handeln und stärkere Bemühungen in Prävention und Kriminalistik.
„Wer schwere Unfälle und Todesfälle instrumentalisiert und daraus Verbotsforderungen von sicherem und geprüftem Kleinfeuerwerk fordert, verhält sich pietätlos und fachpolitisch verantwortungslos“, findet Kröpl. Schwere Handverletzungen wie etwa abgetrennte Gliedmaßen seien ausschließlich auf illegale Feuerwerkskörper zurückzuführen. „Mit legalem Silvesterfeuerwerk ist dieser Typ Verletzungen physikalisch nicht möglich.“ (dg)
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