Röhrende Auspuffe, Hunderte PS extra: Polizei stoppt Autoposer in Hamburg
Kontrollen in der Hamburger Innenstadt: Einsatzkräfte der Dienstgruppe Autoposer haben am Freitag und Samstag mehrere hochmotorisierte Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen – wegen technischer Manipulationen und unnötigem Lärm.
Am Freitagabend geriet in der Ludwig-Erhard-Straße ein Audi RS3 ins Visier der Beamtinnen und Beamten, berichtet die Polizei. Der Wagen hat serienmäßig 400 PS – aufgefallen sei er wegen seiner markanten Geräuschkulisse. Bei der Kontrolle stellten die Einsatzkräfte fest, dass eine Klappenabgasanlage mit einem unzulässigen Steuerungsmodul verbaut war. Die Abgasklappen waren dadurch dauerhaft geöffnet.
Hamburg: So manipulieren die Poser ihre Autos
Doch damit nicht genug: Die Polizistinnen und Polizisten entdeckten außerdem eine offene Luftansaugung, einen geänderten Turbolader sowie eine offene Kurbelgehäuseentlüftung – alles ohne Zulässigkeitsnachweis. Auch Hauptkatalysator und Ottopartikelfilter fehlten. Sie waren offenbar durch ein inhaltsloses Rohr ersetzt worden.
Das könnte Sie auch interessieren: Verstörender Brief an die MOPO: Ein Folter-Mörder will aus dem Knast
Nach Einschätzung der Polizei dürfte die Leistung des Fahrzeugs durch die illegalen Veränderungen auf etwa 630 PS gesteigert worden sein – also mehr als 200 PS zusätzlich. Eine Geräuschpegelmessung ergab zudem einen um acht Dezibel erhöhten Wert.
Am Samstagabend kontrollierten die Beamtinnen und Beamten im Bereich der Adenauerallee einen 25-jährigen Fahrer eines Mercedes CLS 500 mit 408 PS. Zuvor hatte er im Innenstadtbereich mehrere augenscheinliche Kurzsprints hingelegt. Bei der Überprüfung stellten die Einsatzkräfte fest, dass der Mittelschalldämpfer manipuliert worden war. Das Standgeräusch überschritt den zulässigen Wert um zehn Dezibel.
Hamburg: Das droht den Autoposern jetzt
Zeitgleich erhielten die Beamten einen Hinweis aus der Polizeieinsatzzentrale: Im Bereich Neuer Wall würden hochmotorisierte Fahrzeuge auf- und abfahren. Kurz darauf kontrollierten Polizistinnen und Polizisten einen 23-jährigen Fahrer eines Cupra Ateca mit 300 PS. Er fiel durch dauerhaftes Verursachen unnötigen Lärms auf. Auch diesmal wurden Manipulationen am Auto festgestellt.
Die Folge für die Autoposer: Die Autos dürfen so nicht weiterbetrieben werden und wurden zur Begutachtung und Beweissicherung eingezogen. Die Fahrer müssen mit 135 Euro Bußgeld, einem Punkt im Fahreignungsregister und Verfahrenskosten von rund 1000 Euro rechnen. (mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.