Kiez-Explosion: Gastronom spricht über Zerstörungen – was die Detonation auslöste

Mehrere Autos wurden beschädigt und die Scheiben des Restaurants zerstört.
Mehrere Autos wurden schwer beschädigt und die Scheiben des Restaurants zerstört.

Im „Freudenhaus“ gehen Kiezgrößen, Promis und Touristen ein und aus. Doch am Samstagabend wurde das angesagte Restaurant bei einer gewaltigen Explosion schwer beschädigt. Gegenüber der MOPO berichtet Kult-Gastronom Mathias „Stormi“ Storm, wie seine Angestellten nur durch „unfassbares Glück“ unverletzt blieben. Der Sachschaden: mehrere Zehntausend Euro. Unterdessen gibt es erste Erkenntnisse, um was für einen Sprengsatz es sich handelte.

Es war ein ohrenbetäubender Knall, dann flogen Glassplitter an der Seilerstraße: Gegen 23.40 Uhr erschütterte eine Detonation die Straße in dem berühmten Hamburger Ausgehviertel. In der nahegelegenen Davidwache schreckten die Polizisten hoch und rückten sofort aus. Am Einsatzort vor dem Lokal „Freudenhaus“ sah es aus wie auf einem Trümmerfeld. Mehrere Scheiben des Ausgehlokals waren zerborsten. Mittendrin eine blutende Frau. Sie war von umherfliegenden Glassplittern getroffen und verletzt worden. Auch davor geparkte Fahrzeuge wiesen Beschädigungen auf.

St. Pauli: Explosion bis zur Davidwache zu hören

Drei seiner Angestellten waren gerade dabei, sauberzumachen, erzählt „Freudenhaus“-Betreiber Storm. „Sie hatten unfassbares Glück. Nur durch Zufall standen sie so, dass sie unverletzt blieben.“ Tausende Glassplitter schossen durch den Laden, drei Fenster wurden zerstört. „Die Wucht war so heftig, dass auch zwei Rahmen zersplittert sind“, sagt Mathias Storm.

Als er in sein Restaurant kam und die Zerstörung sah, war es ein Schock. „Ich dachte, dass ich alles schon erlebt hätte. Aber so eine Explosion? Das hätte auch ganz anders ausgehen können.“ Der Gastronom rechnet mit einem Schaden von mindestens 30.000 Euro. Doch das spielt für ihn keine Rolle. „Scheiß auf das Inventar. Meinen Leuten geht es gut und das zählt.“

Mittlerweile wurde eine Notverglasung eingebaut. Das „Freudenhaus“ ist wieder geöffnet.

Mathias Storm aus dem Freudenhaus (St. Pauli) meint: „Diese Hürde schaffen wir auch noch!“ So denken aber nicht alle.
Mathias Storm aus dem Freudenhaus (St. Pauli)

Die Polizei sperrte nach der Explosion sofort die Seilerstraße und forderte Spezialisten an. Entschärfer des Landeskriminalamtes suchten in den Nachtstunden am Tatort nach Spuren. Ein Polizeisprecher erklärte am Montagmorgen, dass in alle Richtungen ermittelt werde. Im Laufe der Nacht nahmen die Einsatzkräfte drei Tatverdächtige fest, die aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß sind.

Illegaler Böller ursächlich für heftige Explosion

Nach MOPO-Informationen soll das Zünden eines illegalen Böllers ursächlich für die Explosion. Er soll in einem auf dem Gehweg stehenden Blumenbottich zur Explosion gebracht worden sein. Die Wucht der Detonation sorgte dann für die Zerstörungen an den Scheiben und den Autos und führte zu den Verletzungen der Passantin.

Wie gefährlich illegale Böller sein können, hatte sich zuletzt an Silvester gezeigt. In mehreren Städten hatte es massive Zerstörungen geben, es kam zu mehreren Todesfällen. In Hamburg starb ein 20-Jähriger beim Hantieren mit einer Kugelbombe.

Im „Freudenhaus“ gehen Kiezgrößen, Promis und Touristen ein und aus. Doch am Samstagabend wurde das angesagte Restaurant bei einer gewaltigen Explosion schwer beschädigt. Gegenüber der MOPO berichtet Kult-Gastronom Mathias „Stormi“ Storm, wie seine Angestellten nur durch „unfassbares Glück“ unverletzt blieben. Der Sachschaden: mehrere Zehntausend Euro. Unterdessen gibt es erste Erkenntnisse, um was für einen Sprengsatz es sich handelte.