Iran-Demos in Hamburg – Polizei spricht von friedlichen Verlauf

Teilnehmer der Oram-Demo am Samstag in Hamburg. Foto: CityNewsTV

Tausende protestieren in Hamburg gegen die AfD – drei Iran-Demos gleichzeitig

Für den heutigen Samstag waren in Hamburg drei Iran-Demos angemeldet worden. Die größte davon startete um 14.30 Uhr am Theodor-Heuss-Platz. Hier erwarteten der Veranstalter etwa 3000 Teilnehmer, es kamen laut Polizeiangaben aber deutlich weniger. Den größten Zulauf hatte am Samstag eine Demo gegen die AfD in der Innenstadt, für die Tausende Menschen zusammenkamen.

Zuerst startete am Samstag ab 14.30 Uhr eine Demonstration nahe des S-Bahnhofs Dammtor (Theodor-Heuss-Platz/Mittelweg). Sie wurde von der „Union der demokratischen iranischen Vereine in Hamburg“ organisiert. Ihre Forderung: Iran soll weder von Mullahs noch von einem Schah regiert werden, sondern eine sekuläre demokratische Republik sein. Sie fordern eine Übergangsregierung und innerhalb von sechs Monaten unabhängige Wahlen im Iran.

Demonstranten fordern Übergangsregierung im Iran

Die Demonstration unterstützt die Exilgruppe „Nationaler Widerstandsrat Iran“ (NWRI), die von Maryam Rajavi von Paris aus geführt wird. „Wir denken, dass ein Regimewechsel von den Menschen im Iran bewerkstelligt werden kann“, sagt Javad Dabiran, NWRI-Sprecher für Deutschland, der MOPO. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, sei kein Teil der Lösung, weil er sich aus Sicht der NWRI nicht ausreichend von der despotischen Herrschaft seines Vaters distanziere. Zudem werde er von den ethnischen Minderheiten in Iran abgelehnt.

Zu Beginn der Kundgebung an der Moorweide hatten sich nach Schätzungen eines Reporters vor Ort knapp 1000 Teilnehmer eingefunden. Ein Sprecher der NRWI sprach dagegen von 4000 bis 5000 Teilnehmern. Der Lagedienst der Polizei meldete am Abend auf MOPO-Nachfrage rund 700 Teilnehmende.

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Am Gänsemarkt (Neustadt) und an der Mönckebergstraße (Altstadt) waren zwei weitere, stationäre Demos angemeldet worden. Hier meldeten die Veranstalter jeweils rund 150 Personen, die Polizei zählte am Gänsemarkt rund 80 Demonstrierende. Am Gänsemarkt wurde unter dem Titel „Freiheit für Iran – Wahrheit für Deutschland!“ protestiert. Die Aktivisten hier kritisierten, dass die Antikriegsdemonstrationen ein verzerrtes Bild der Lage zeichnen würden. Der Krieg richte sich nicht gegen das iranische Volk, sondern sei eine „Befreiungsoperation“, schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung.

Tausende Menschen bei Demonstration gegen AfD

Auch auf dem Rathausmarkt wurde am Samstag demonstriert: Tausende Menschen kamen dort zusammen, um gegen die AfD zu demonstrieren. Aufgerufen zu der Demo hatte der Satiriker und frühere EU-Abgeordnete Nico Semsrott. Nach Polizeiangaben hatten 4000 Menschen an der Kundgebung teilgenommen. Die Organisatoren sprachen von über 5000 Teilnehmern. 

Die Demonstranten forderten den Bundesrat auf, beim Bundesverfassungsgericht die Überprüfung aller Parteien zu beantragen, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden. Musikalisch unterstützt wurde die Demonstration von der Indie-Band Madsen. In Hamburg war es das fünfte Mal, dass Menschen an einer „Prüf“-Demo teilnahmen, die bundesweite Auftaktveranstaltung war am 9. November in der Hansestadt.

Demo von Pahlavi-Anhängern am Sonntag

Am Sonntag wollen ab 13 Uhr die Anhänger von Pahlavi in der Mönckebergstraße (vor Media Markt) demonstrieren. Veranstaltet wird die Demo von der „Constitutionalist Party of Iran“, die bereits an den vergangenen beiden Wochenenden zu Demonstrationen in Hamburg aufgerufen hatte. Sie tritt für eine konstitutionelle Monarchie und eine liberale Demokratie unter Pahlavi ein, der seit dem Sturz seines Vaters im Jahr 1979 im US-Exil lebt. (Mit Material der dpa)

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