Innensenator nach Todesfall in Shisha-Bar: „Würde den Laden schließen!“

Die Hamburger Shisha-Bar „Blossom“ mit Polizei und ei Bild des Innensenators Andy Grote.
Hamburgs Innensenator Andy Grote äußerte sich nach dem jüngsten Todesfall in der Shisha-Bar „Blossom“. (Archivbild)

Das „Blossom“ in der Lübecker Straße 127: Im Hellen ist es leicht zu übersehen, dabei ist das Lokal die vielleicht gefährlichste Shisha-Bar Hamburgs. Am Sonntag wurde ein 33-Jähriger dort erschossen – bereits das zweite Todesopfer der vergangenen drei Jahre. Ein weiterer Mann wurde in der Bar im Dezember 2024 brutalst verprügelt. Jetzt äußerte sich Hamburgs Innensenator zu der Zukunft des Ladens. Für ihn ist klar: So kann es nicht weitergehen.

Die Shisha-Bar „Blossom“ wird am Sonntagmorgen von mehr als 20 Polizeiwagen umstellt. Wenige Stunden zuvor wurde hier laut Polizei ein 33-Jähriger erschossen. Die Spurensicherung ist bereits vor Ort, der Laden ist mit rot-weißem Polizeiband abgesperrt – ein bekanntes Bild. Es ist bereits der dritte schwere Angriff innerhalb der letzten drei Jahre.

Shisha Bar Hamburg
Einsatzkräfte der Polizei sichern den Zugang zu der „Blossom“-Bar in Hamburg. Hier wurde ein Mann erschossen.

Hohenfelde: Shisha-Bar ist bereits zum dritten Mal Tatort

Im Sommer 2022 wurde der 27-jährige Terry S. an derselben Adresse brutal mit einer Maschinenpistole hingerichtet. Auftraggeber soll der Hamburger Drogenboss Mansour Ismail sein, nach dem weltweit gefahndet wird. Im Dezember soll die Rotlichtgröße Omid F. dort von einer Gruppe Tschetschenen brutal verprügelt worden sein.

„Drei gravierende Taten an einem Ort, da kann man sich schon ein paar Fragen stellen“, sagt Hamburgs Innensenator Andy Grothe auf der Landespressekonferenz am Dienstag.

Genaue Hintergründe des jüngsten Angriffs bislang unklar

Der Hintergrund des Angriffs auf Omid F. soll eine Auseinandersetzung zwischen Tschetschenen und Rotlichtgrößen um die Macht im Milieu sein. Auch die Messerattacke auf den sogenannten Kiez-Paten Sefi L. Anfang 2024 und der Pistolen-Angriff am Steindamm im Januar sollen nach MOPO-Informationen auf den Konflikt zurückzuführen sein.

Rollkommando stürmt Shisha-Bar an der Lübecker Straße, prügelt auf Rotlicht-Größe ein und verletzt ihn.
Omid F. wurde bei dem Überfall verletzt und kam mit einem Rettungswagen in die Klinik.

Warum ist immer wieder das „Blossom“ Schauplatz solcher Gewalttaten? „Die ersten Informationen sind so, dass eine Konstellation dahintersteckt, wo es auch eine Verbindung zwischen dem Opfer und dem Ort gibt“, erklärt Grote weiter. Nähere Informationen gebe es bislang nicht. Die Mordkommission ermittelt. Ob, und wie, die Shisha-Bar in den vergangenen Jahren polizeilich überwacht wurde, bleibt aus taktischen Gründen geheim.

Innensenator Grothe würde „Blossom“ schließen

„Wenn ich Bezirksamtsleiter wäre, würde ich jetzt versuchen, den Laden zu schließen“, so Grote. Das Bezirksamt hatte den Laden zuletzt im Februar dieses Jahres kontrolliert, erklärt eine Sprecherin. Dabei habe es keinerlei Auffälligkeiten gegeben, die in den Aufgabenbereich des Bezirksamts fallen.

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Auch bei den neun weiteren Shisha-Bars im Bezirk Nord sei keine besonders hohe Zahl an Verstößen aufgefallen, weshalb zusätzliche Kontrollen aktuell nicht geplant seien. Der Innensenator verspricht hinsichtlich des „Blossom“: „Wir sehen uns jetzt an, welche Handhabung wir da haben.“

Das „Blossom“ in der Lübecker Straße 127: Im Hellen ist es leicht zu übersehen, dabei ist das Lokal die vielleicht gefährlichste Shisha-Bar Hamburgs. Am Sonntag wurde ein 33-Jähriger dort erschossen – bereits das zweite Todesopfer der vergangenen drei Jahre. Ein weiterer Mann wurde in der Bar im Dezember 2024 brutalst verprügelt. Jetzt äußerte sich Hamburgs Innensenator zu der Zukunft des Ladens. Für ihn ist klar: So kann es nicht weitergehen.