Polizei
Immer wieder im Hamburger Süden: Raub- und Überfallserie auf Juweliere beschäftigt die Kripo
Mehrere gewaltsame Einbrüche und Raubüberfälle auf Juweliere im Hamburger Süden – Täter gaben sich sogar schon als Polizisten aus.
Nachdem es in der Nacht zu Montag erneut zu einem Einbruch in ein Juweliergeschäft in Harburg gekommen ist, ermittelt die Kripo nun mit Hochdruck. Der neueste Coup war bereits der vierte innerhalb von sechs Monaten im Hamburger Süden. Die Täter gingen dabei jeweils mit brachialer Gewalt vor. Und in einem Fall gaben sie sich sogar als Polizisten aus.
Der neueste Fall ereignete sich gegen 3 Uhr an der Moorstraße nahe des Marktkauf-Centers im Herzen von Harburg. Die Täter steuerten einen VW in die Seevepassage und direkt auf ein Juweliergeschäft zu.
Vitrinen mit Äxten und Hämmern zerstört
Mit hohem Tempo durchbrachen sie die Rollläden und die Glasfront des Schmuckgeschäfts. Dann zertrümmerten die laut Zeugen vier bis fünf maskierten Täter in Windeseile die Vitrinen mit Äxten und Hämmern, rafften Goldschmuck zusammen und flüchteten unerkannt mit ihrer Beute in zwei zuvor bereitgestellten Autos, einem schwarzen BMW und einem grauen VW Golf.
Laut einer Polizeisprecherin fanden Beamte eines der Fluchtfahrzeuge später im Stadtteil Neuland. Von den Tätern fehlte trotz Fahndung mit mehreren Streifenwagen jedoch jede Spur. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter Tel. (040) 4286 56789 zu melden.
Es war nicht der erste Vorfall im Hamburger Süden, bei dem ein Schmuckgeschäft im Fokus stand. Insgesamt gab es im laufenden Jahr bereits vier Sachverhalte, bei denen Juweliere Ziel von Einbrüchen und einem Überfall waren.
Überfall auf Schmuckgeschäft: Täter gaben sich als Polizisten aus
Zunächst kam es am 10. Januar dieses Jahres zu einem gewaltsamen Überfall auf ein Schmuckgeschäft an der Veringstraße. Dabei gingen die Täter äußerst trickreich vor. Sie gaben sich zunächst als Polizisten aus, die das Geschäft überprüfen wollten.
Dann zogen sie plötzlich Waffen, bedrohten einen Angestellten (34) und fesselten ihn. Nachdem sie Schmuck und Geld zusammengerafft hatten, flüchteten sie in einem dunkelblauen Pkw.
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Am 30. Januar kam es dann erneut zu einem Überfall auf einen Juwelier. Erkenntnissen der Polizei zufolge stürmte der mit einem Tuch maskierte Täter gegen 18.25 Uhr in das Juweliergeschäft im Erdgeschoss des Marktkauf-Centers und sprühte Pfefferspray auf Kundinnen und Kunden sowie auf Angestellte.
Mutiger Zeuge verfolgt Räuber und hält ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest
Nachdem er Schmuck erbeutet hatte, flüchtete der Täter (44) in Richtung Seeveplatz. Weit kam er jedoch nicht. Ein 24-jähriger Zeuge verfolgte ihn und hielt den Räuber trotz heftiger Gegenwehr bis zum Eintreffen der Polizei fest.
Am 10. Februar kam es dann zu einem weiteren Coup. An der Harburger Rathausstraße rasten Unbekannte mit einem Auto in ein An- und Verkaufsgeschäft für Goldschmuck. Die Täter flüchteten mit ihrer Beute in einem weiteren Pkw, in dem ein Komplize auf sie wartete.
Im Zuge der Fahndung konnten Polizisten nahe der B75 einen verdächtigen Pkw stoppen und drei Insassen im Alter von 21 bis 24 Jahren festnehmen. Zudem wurden Beweismittel sichergestellt.
Juweliere gehören zu bevorzugten Objekten osteuropäischer Banden
Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass Schmuck- und Goldgeschäfte generell zu den bevorzugten Zielen bestimmter, häufig international agierender Tätergruppen gehören. Anders als beispielsweise bei Banken sind die Wertgegenstände dort oft weniger gut gesichert. Zudem würden solche Tatorte vorab häufig ausgekundschaftet, um das Entdeckungsrisiko zu senken.
Einen stillen Alarmknopf, den ein Angestellter unbemerkt drücken und damit die Polizei alarmieren kann, gibt es in kaum einem der Geschäfte. Viele Betreiber setzen eher auf Videoüberwachung. Diese haben die zumeist maskierten Täter jedoch einkalkuliert.