Großrazzia in Hamburg: So arbeitet die Porsche-Mafia
Die Zahl der Autodiebstähle ist in Hamburg in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Spezielle Banden haben es auf Luxusautos abgesehen, vor allem Porsches sind im Visier der Ganoven. Die MOPO erklärt, wie die Polizei gegen die Porsche-Mafia vorgeht, wie Sie ihr Auto vor den Verbrechern schützen können – und wie der Ukraine-Krieg mit den steigenden Fällen zusammenhängt.
Am Mittwochmorgen, die Sonne war noch nicht mal aufgegangen, stürmten Polizeibeamte des SEK ein Mehrfamilienhaus in Jenfeld. In einer der Wohnungen erwischten sie zwei Männer aus Litauen. Bei dem 25-Jährigen und 43-Jährigen soll es sich um Mitglieder einer Autodiebstahl-Bande handeln, die seit März 2024 neun Autos der Marken Range Rover, Land Rover und Porsche gestohlen haben sollen. Der Gesamtwert der gestohlenen Fahrzeuge liegt laut Polizei bei 840.000 Euro.
Moderne Autodiebe sind inzwischen organisiert und auf einzelne Marken und Modelle spezialisiert. Die Wagen werden mit „viel technischem Know-how“ geknackt, so die Polizei. Nähere Informationen zum Vorgehen der Banden gibt sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
Hamburg: Sonderkommission gegen steigende Autodiebstähle
Die beiden Männer, die jetzt verhaftet wurden, waren in den Fokus der Ermittlungsgruppe „Panthera“ geraten. Die Sonderkommission wurde im August gegründet und ist auf den Diebstahl besonders hochwertiger Fahrzeuge spezialisiert.
2024 wurden in Hamburg laut aktueller Kriminalstatistik 1717 Autos als gestohlen gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 135 Fälle oder 8,5 Prozent. Die Banden haben es vor allem auf Luxusautos abgesehen, die dann mit gefälschten Papieren im Ausland verkauft werden. Die Aufklärungsquote liegt in Hamburg bei gerade einmal 10,2 Prozent.
Die steigenden Fallzahlen dürften unter anderem mit dem Luxusgüterembargo gegen Russland zusammenhängen, wie Polizeipräsident Falk Schnabel bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2024 erklärte. Wegen des Ukraine-Kriegs hatte die Europäische Union verboten, Waren mit einem Wert von mehr als 300 Euro nach Russland zu verkaufen. Autos können dementsprechend nicht mehr legal von Deutschland nach Russland exportiert werden.
Hamburger Promi rettete seinen Porsche mit einfachem Trick
Eines der bekanntesten Opfer der Porsche-Mafia war der „SOKO Hamburg“-Darsteller Marek Erhardt. Sein Porsche Macan wurde Ende November geklaut, doch die Autodiebe kamen nicht weit.
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Der Schauspieler hatte gleich drei GPS-Tracker in seinem Wagen versteckt. Dieser konnte in Winterhude geortet werden. Die Täter waren allerdings bereits geflüchtet, als die Polizei eintraf. Neben GPS-Trackern können auch Überwachungskameras und mechanische Sicherungen wie Lenkradsperren einem Diebstahl vorbeugen.