Großmutter getötet: Festgenommene Enkelin war den Behörden bekannt

Polizisten in weißen Schutzanzügen in einem Hauseingang
Ermittler sichern Spuren am Tatort in Hausbruch.

Nachdem in Hausbruch die Leiche einer 83-jährigen Frau gefunden wurde, kommen immer mehr Details ans Licht: Offenbar hat die Enkeltochter ihre Großmutter getötet, mit „stumpfer und scharfer Gewalt“, wie die Polizei sagt. Den Behörden war die Frau, die mit ihrer pflegebedürftigen Großmutter zusammenwohnte, bekannt – dennoch gibt die brutale Tat den Ermittlern Rätsel auf.

Am frühen Donnerstagmorgen fiel die 31-jährige Enkeltochter einem Spaziergänger auf: Am Neuwiedenthaler Teich soll sie zunächst wild geschrien und schließlich eine Parkbank und einen Busch in Brand gesetzt haben. Der Spaziergänger informierte die Polizei.

Obduktion bestätigt These

Die Beamten der zuständigen Wache am Neugrabener Markt kennen die Frau und ihr auffälliges Verhalten. Sie nahmen die 31-Jährige in Gewahrsam und entschieden, die Wohnung am Twistering aufzusuchen, in der sie – zumindest wohl zeitweise – mit ihrer nach MOPO-Informationen pflegebedürftigen Großmutter lebte.

Dort angekommen, entdeckten die Polizisten den Leichnam der 83-jährigen Frau. Er wies Stichverletzungen auf, wohl zugefügt durch ein Messer. Zudem seien Male starker Gewalt zu erkennen gewesen. Eine Obduktion bestätigte diese These.

Am Tatort sicherte die Mordkommission Spuren, darunter auch die mutmaßliche Tatwaffe. Der Einsatz zog sich über den ganzen Tag, während die Enkelin dem Untersuchungsgefängnis zugeführt wurde. Am Freitag hat ein Richter auf einen sogenannten Unterbringungsbefehl entschieden, was bedeutet, dass die Tatverdächtige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden soll. Wie ihr psychischer Zustand später bewertet wird und ob sie zur Tatzeit vielleicht schuldunfähig war, muss im Rahmen eines Prozesses geklärt werden.

Nachbarn schildern auf dem Portal „Süderelbe24“, dass sie wegen der aggressiven Verdächtigen immer wieder die Polizei rufen mussten. Die Enkelin soll sogar eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes tätlich angegriffen haben.

Den Behörden war die Frau bekannt: In der Vergangenheit soll sie sich bereits öfter verhaltensauffällig gezeigt und sogar für Polizeieinsätze gesorgt haben. Auch der Sozialpsychiatrische Dienst hatte bereits mit ihr zu tun. Doch oft sind den Mitarbeitern und Polizeibeamten die Hände gebunden, solange von einer psychisch auffälligen Person keine nachweisbare Gefahr für sie selbst oder Dritte ausgeht.

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Aktuell steht die 31-Jährige unter dem dringenden Verdacht des Totschlags. Ob sie sich zu der Tat geäußert hat, ist nicht bekannt. Auch ihr Motiv für die Bluttat ist völlig unklar.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die Auffälliges in der Zeit von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen im Bereich des Wohnhauses und in den angrenzenden Grünanlagen wahrgenommen haben. Hinweise an: Tel. (040) 428 65 6789 oder an jede Wache.