Frust durch Einsparungen bei der Feuerwehr – so hält die Innenbehörde dagegen

Einsparungen, Pensionswellen und abgesagte Ausbildungen sorgen für Frust bei der Feuerwehr – nun äußert sich der Innensenator
Innensenator Andy Grote will die Feuerwehr zukunftssicher aufstellen.

Pensionierungswellen, abgesagte Ausbildungen, Personalmangel und Einsparungen: Die Lage bei Hamburgs Feuerwehr ist angespannt. Nun meldet sich die Innenbehörde zu Wort – und erklärt anhand von Zahlen, wie man die Krise bewältigen will.

Die Behörde verweist auf MOPO-Anfrage darauf, dass die Feuerwehr trotz der aktuellen Herausforderungen für die Zukunft gut aufgestellt sei. „Seit 2017 ist die Zahl der Beschäftigten bei der Feuerwehr von 3017 auf 3652 um 635 Kräfte gewachsen“, teilte Sprecher Daniel Schäfer mit. Zudem investiere man in Infrastruktur, etwa in den Neubau und die Modernisierung von Feuer- und Rettungswachen sowie in die Erneuerung der technischen Ausstattung und Fahrzeugflotte. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf dem Neubau der Rettungsleitstelle in Borgfelde, die noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll.

Auch in die Ausbildung werde investiert: Die Feuerwehrakademie in Billbrook werde modernisiert, das Lehrpersonal aufgestockt. Ziel sei es, weiterhin viele Nachwuchskräfte auf hohem Niveau auszubilden und die Qualität langfristig zu sichern.

Strukturelle Probleme bei der Hamburger Feuerwehr

Trotz dieser Maßnahmen ist der Frust bei vielen Feuerwehrleuten groß. Kaum ein Tag vergeht an Hamburgs Feuerwachen, an dem nicht Personal hin und hergeschoben werden muss, um die Sollstärke sicherzustellen. Kurzfristige Krankmeldungen verschärfen die Situation zusätzlich.

Personalnot und Einsparungen sorgen für Frust bei Hamburger Feuerwehrleuten – so plat der Innensenator die Zukunft der Feuerwehr
Die Feuerwehrakademie in Billbrook wird modernisiert. Zudem wird das Lehrpersonal aufgestockt. (Symbolfoto)

Hinzu kommen strukturelle Probleme: Zusagungen für Übernahmen zur Brandmeisterausbildung wurden verschoben. Viele Notfallsanitäter hatten die dreijährige Ausbildung bei der Feuerwehr begonnen, um anschließend zum Brandmeister ausgebildet und im Optimalfall verbeamtet zu werden. Mit diesem Bonus wollte die Feuerwehr Bewerber locken. Dieser Schritt wurde kurzfristig auf das kommende Jahr verschoben. Gleichzeitig gehen nach Angaben der Feuerwehr rund 200 Kräfte in den Ruhestand.

Zusage an Azubis auf kommendes Jahr verschoben

Andere Bundesländer wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein suchen händeringend Nachwuchs und bieten teils bessere Bedingungen – etwa bei Beförderungen oder Beschaffung von Wohnraum. Das erhöht den Druck zusätzlich. Sollten Kräfte abwandern, könnte sich die Personalsituation weiter verschärfen.

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Neben der zunehmenden Erschöpfung wächst bei vielen Einsatzkräften auch der Frust. Ob die angekündigten Maßnahmen ausreichen, um die Lage zu entspannen, bezweifeln Gewerkschaft und Feuerwehrleute vor Ort. „Seit Corona arbeiten wir zunehmend am Limit. Wir brauchen Personal – hier und jetzt“, sagt ein Feuerwehrmann.