Falsche Handwerker bestehlen Rentnerin – so schützen Sie sich
Das Dach sehe beschädigt aus, sagte der Mann, der am Donnerstag bei einer älteren Frau (82) in Wilhelmsburg klingelte. Er könne den Schaden überprüfen, schlug er vor. Sie ließ ihn ins Haus – und wurde von einem zweiten Mann unbemerkt bestohlen. Kein seltenes Phänomen, dass sich Gauner als Handwerker ausgeben.
Der falsche Handwerker – etwa 50 bis 60 Jahre alt, um die 1,80 Meter groß, kräftig, hellbraune kurze Haare, blaue Jacke und blaue Jeans – habe zunächst den Keller des Reihenhauses in der Nähe des Friedhofs Amtshof begutachten wollen, wie ein Polizeisprecher sagte. Vermutlich nur deshalb, weil sein Komplize dadurch ungestört ins Haus kam und alles durchsuchen konnte.
Kripo sucht Zeugen
„Als die 82-Jährige die angelehnte Haustür bemerkte, ging der ,Handwerker‘ unter dem Vorwand, noch einmal das Dach von außen überprüfen zu müssen, aus dem Haus“, so der Sprecher weiter. Als der vermeintliche Handwerker nicht zurückkehrte, habe die Frau das Fehlen mehrerer Schmuckstücke festgestellt und die Polizei verständigt.
Inzwischen hat das LKA 431 die Ermittlungen in der Sache übernommen. Die Beamten suchen dringend Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können. Entsprechendes bitte an die Polizei unter der Tel. 428 65 6789 oder an jede Wache.
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Aus gegebenem Anlass möchte die Polizei für das Thema noch einmal sensibilisieren und Hinweise für den Umgang solcher Augenblicke geben. Der Polizeisprecher: „Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Lassen Sie keine fremden Personen ohne vorherige Terminabsprache in die Wohnung. Führen Sie Gespräche bei leicht geöffneter Tür mit vorgelegter Kette oder aktiviertem Sperrbügel. Prüfen Sie im Zweifel die Berichtigung der Fremden.“
Wenn Personen angeben, Wartungs- oder Reparaturarbeiten durchzuführen, solle man bei der zuständigen Stelle oder dem Hausmeister anrufen und die Richtigkeit hinterfragen. Dazu solle man sich nicht wegen eines angeblichen Notfalls unter Zeitdruck setzen lassen. Im Zweifel könne man auch Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen hinzuziehen. Und das Wichtigste: „Rufen Sie im Zweifel sofort die Polizei unter 110“, so der Sprecher weiter. (dg)