Erschossener 20-Jähriger beerdigt – so ist der Stand der Ermittlungen

Rund 1000 Trauergäste nahmen an der Beerdigung des 20-Jährigen Eldin teil.
Rund 1000 Trauergäste nahmen an der Beerdigung des 20-Jährigen Eldin teil.

Rund 1000 Freunde, Bekannte und Verwandte haben am Freitagmittag auf dem Öjendorfer Friedhof Abschied von Eldin B. genommen. Der junge Mann war am vergangenen Samstag vor einem Spielplatz in Mümmelmannsberg (Billstedt) durch Schüsse tödlich verletzt worden. Am Mittwoch stellte sich der mutmaßliche Täter bei der Polizei. Inzwischen ist mehr über den Fall bekannt – und über das Opfer.

Eldin B. galt als freundlich und stets hilfsbereit. Der junge Mann, der in der Gebäudereinigung seiner Eltern arbeitete und zwischendurch an einer Tankstelle aushalf, war beliebt im Hochhausviertel. Offenbar wurde ihm seine Hilfsbereitschaft zum Verhängnis. Am Samstagabend hatte ein Freund (21) darum gebeten, ihn zu einer Aussprache vor einem Spielplatz an der Kandinskyallee zu begleiten. Dort fielen Schüsse.

Ermittler der Mordkommission am Tatort.
Ermittler der Mordkommission am Tatort an der Kandinskyallee in Billstedt.

Alarmierte Rettungskräfte fanden Eldin und seinen Kumpel mit Schussverletzungen vor. Ein Notarzt kämpfte um Eldins Leben. Der junge Mann kam in ein Krankenhaus, dort verstarb er kurz darauf. Ein Projektil hatte eine Arterie in seiner Hüfte zerstört, der 20-Jährige verblutete. Sein Freund wurde am Bein getroffen.

Die Polizei erschien am Dienstag mit einem Großaufgebot nochmals zur Spurensicherung am Tatort, Ermittler fanden ein Projektil in einer Hauswand. Der Druck auf einen der Tatbeteiligten (19) wurde offenbar so groß, dass er sich am Mittwoch in Begleitung seines Anwalts auf dem Polizeipräsidium in Winterhude stellte. Ein Richter erließ Haftbefehl. Nach MOPO-Informationen soll er der mutmaßliche Schütze sein und ebenfalls in der Siedlung wohnen.

Nach dem Mord an 20-Jähigen in Mümmelmannsberg – Ermittler funden Pfojektil in Hauswand
Ermittler des LKA sichern ein Projektil in einer Hauswand am Tatort.

Weil Zeugen der Schießerei berichteten, dass mehrere Männer vom Tatort flüchteten, schließt die Polizei nicht aus, dass weitere Personen bei der Tat dabei waren. Nach ihnen wird gefahndet. Der mutmaßliche Schütze sitzt in U-Haft. Bislang soll er noch nicht ausgesagt oder Angaben zur Tat gemacht haben.

Anlass soll Streit um Drogen gewesen sein

Es verdichten sich die Anzeichen, dass es bei der Auseinandersetzung um Drogen ging. Eldin B. sei laut Freunden nur dabei gewesen, weil er einen Kumpel nicht im Stich lassen wollte, mit dem Streit soll er nichts zu tun gehabt haben. Laut Polizei gilt er als Opfer. Nach MOPO-Informationen ist der 20-Jährige aber nicht komplett unbescholten. Er war der Polizei wegen kleinerer Delikte bekannt.

19-Jähriger in Mümmelmannsberg durch Schüsse getötete – große Trauerstelle am Tatort
Am Tatort haben Freunde und Bekannte viele Blumen und Kerzen niedergelegt.

Am Freitagmittag wurde Eldin B. auf dem Öjendorfer Friedhof beigesetzt. Rund 1000 Menschen waren dabei, um Abschied zu nehmen. Zeitweise musste die Polizei einschreiten, denn viele der Trauergäste waren mit dem Auto da und sorgten für ein Verkehrschaos auf dem Friedhof. Die anschließende muslimische Trauerfeier fand in einer Moschee am Horner Brückenweg statt.

Rund 1000 Freunde, Bekannte und Verwandte haben am Freitagmittag auf dem Öjendorfer Friedhof Abschied von Eldin B. genommen. Der junge Mann war am vergangenen Samstag vor einem Spielplatz in Mümmelmannsberg (Billstedt) durch Schüsse tödlich verletzt worden. Am Mittwoch stellte sich der mutmaßliche Täter bei der Polizei. Inzwischen ist mehr über den Fall bekannt – und über das Opfer.