Elektro-Schocker im Bahnhof: Wie die Bundespolizei in Hamburg Taser einsetzt

Der Taser unterscheidet sich farblich stark von der Dienstwaffe. In Hamburg trägt bereits jede Streife der Bundespolizei mindestens einen Taser.
Der Taser unterscheidet sich farblich stark von der Dienstwaffe. In Hamburg trägt bereits jede Streife der Bundespolizei mindestens einen Taser.

Lange politisch diskutiert, jetzt in der Alltagsanwendung: Beamte der Bundespolizei in Hamburg führen nun Distanz-Elektroimpulsgeräte (kurz: DEIG), umgangssprachlich „Taser“, mit sich. Diese sollen laut Bundespolizei in brenzligen Situationen deeskalierend wirken und eine Alternative zur Dienstwaffe bieten.

Einigen dürften die gelben „Pistolen“ am Halfter der Bundespolizisten am Hauptbahnhof schon aufgefallen sein. Seit mehreren Wochen trägt mindestens ein Beamter pro Streife sichtbar einen Taser. Langfristig soll jeder Beamte einen tragen – und das hamburgweit.

Bundespolizei betont „deeskalierende“ Funktion

Die Geräte geben bei Gebrauch Pfeilelektroden ab, durch die Strom mit Hochspannung geleitet wird. Das führt zu einer Muskelverkrampfung, wodurch der Betroffene angriffs- und widerstandsunfähig werden soll – „ohne nachhaltige Gesundheitsbeeinträchtigungen sowohl für das polizeiliche Gegenüber als auch für Einsatzkräfte und Dritte“, erklärt Britta Sell, Pressesprecherin der Bundespolizeidirektion Hannover. Zudem würden Beamte im Gebrauch geschult.

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Die bisherigen Erfahrungen unterstrichen den deeskalierenden Wert der Taser, heißt es weiter. Sell: „Etwa 90 Prozent der im Rahmen der Erprobung verzeichneten Einsatzszenarien, bei denen das DEIG angedroht wurde, konnten ohne Auslösung des DEIG bewältigt und gefahrenträchtige Situationen beruhigt werden.“

So sieht der Taser aus, den Bundepsolizisten nutzen.
So sieht der Taser aus, den Bundepsolizisten nutzen.

Und wenn ein Taser eingesetzt wird, helfe die Zielgenauigkeit in engen Räumen, ergänzt Michael Schuol, der Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover. Das sei besser als etwa Pfefferspray. Und eine „weitere Interventionsmaßnahme unterhalb eines möglichen Schusswaffeneinsatzes“.

Taser-Einsatz in Hamburg

In Hamburg ist es nach MOPO-Informationen auch schon zu Einsätzen des Tasers gekommen. Zum Beispiel soll ein Mann in der S-Bahn mehrere Reisende bedrängt, belästigt und behauptet haben, ein Messer mit sich zu führen. Beamte der Bundespolizei stellten den Mann und forderten ihn auf, den Gegenstand in seiner Hand fallen zu lassen. Doch weil er nicht kooperierte und laut Bundespolizei bedrohlich auf einen Beamten zugegangen sein soll, wurde der Taser eingesetzt.

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In der politischen Diskussion gelten die Taser weiter als umstritten: Gegner kritisieren mögliche gesundheitliche Folgen beim Taser-Einsatz gegen Menschen mit etwa Herzerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Problemen. Die Linke sprach von dokumentierten Todesfällen und einer „erschreckend niedrigen Erfolgsquote“.