Drogenschmuggel im Hafen: So viel Kokain entdeckte der Zoll im vergangenen Jahr
Fahnder haben im vergangenen Jahr erneut weniger Kokain entdeckt als in den Vorjahren. Knapp wird der Stoff trotzdem nicht, der Straßenpreis bleibt weiterhin stabil. Wie passt das zusammen?
3,6 Tonnen Kokain wurden im Hamburger Hafen 2025 sichergestellt, verkündete der Zoll bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Im Vorjahr waren es noch knapp 15 Tonnen gewesen, 2023 gab es den Rekordfund von 34 Tonnen. Die Menge an sichergestelltem Marihuana stieg hingegen deutlich von circa zwei auf zwölf Tonnen.
Kokain: Seeweg bleibt zentrale Schmuggelroute
„Der Seeweg bleibt die zentrale Schmuggelroute“, sagt Nils Gärtner, Leiter des Zollfahndungsamts. Doch inzwischen würden die Kartelle häufiger auf kleinere Häfen ausweichen, etwa Bremerhaven, wo im vergangenen Jahr 1,5 Tonnen Kokain sichergestellt wurden, Wilhelmshaven oder Emden. Auch über Südeuropa kommt die Droge laut Gärtner weiter auf dem Landweg in Hamburg an.
Denn auch wenn seit einigen Jahren weniger Kokain beschlagnahmt wird, ist das Rauschgift hoch verfügbar. Es gibt auch keinen Preisanstieg, der auf eine Verknappung hindeuten könnte – ganz im Gegenteil, erklärte Oliver Erdmann, Leiter des Hafensicherheitszentrums, im Dezember. Der Kilopreis im Großhandel liege aktuell bei etwa 20.000 Euro, lange galten 30.000 Euro als Richtwert.
Neue Schmuggelvarianten: Kokain wird chemisch verändert
Neben alternativen Routen werden auch die Methoden immer ausgefeilter. Vor allem chemische Schmuggelvarianten nehmen zu, bestätigt auch Gärtner.
Teilweise kann das Kokain nur mit einem sogenannten „chemischen Schlüssel“, einem bestimmten Molekül, wieder aus einem Trägerstoff herausgelöst werden. Mit Röntgenanlagen oder einfachen Tests kann das Rauschgift dann nicht mehr nachgewiesen werden. Die Proben müssen aufwendig im Labor untersucht werden.
Hohe Haftstrafen für Drogenkriminelle
Trotz allem gelingt es immer wieder, Banden auffliegen zu lassen. Zusammengerechnet 120 Jahre Freiheitsstrafe wurden gegen Drogenkriminelle im vergangenen Jahr verhängt. Zuletzt wurden Ende April zwei Männer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.
Besonders im Fokus sind auch Hafenmitarbeiter, die mit ihrem Logistik-Wissen unverzichtbar für die Kartelle in Südamerika sind und entsprechend gut bezahlt werden.
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Der Kokainhandel bleibt ein lukratives Geschäft, Hamburg ein wichtiger Umschlagplatz. Weniger Sicherstellungen bedeuten dabei nicht automatisch weniger Kokain auf dem Markt. Sie zeigen vor allem, dass sich Routen und Methoden verändern. Die Schmuggelmenge sinkt – zumindest auf dem Papier.