Demo gegen Polizeigewalt in Harburg: Ärger um „Schweineplakat“
Nach Schätzung eines Reporters vor Ort hatten sich zunächst 300 Demonstranten am Harburger Ring versammelt, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Es kam zu Konflikten um mehrere Transparente, die Teilnehmerzahl wuchs auf bis zu 500 – und dann machten die Veranstalter eine überraschende Ansage.
Unter dem Motto „Gegen die Polizei und ihre Gewalt“ hatten sich die Teilnehmer auch auf dem Harburger Ring vor dem ehemaligen Karstadt-Gebäude aufgestellt. Der für 18.30 Uhr geplante Start verzögerte sich aufgrund eines umstrittenen Plakates mit der Aufschrift „Bullen, Schweine, Mörder, Lügner“ und einem gemalten Schwein in Polizeiuniform. Die Polizei forderte, dieses Plakat abzulegen, der Inhalt sei strafbar.
Bereits im vergangenen Jahr hatte es wegen ähnlicher Aufschriften Ärger gegeben. Demos gegen Polizeigewalt finden bundesweit alljährlich am 13.12. statt. Grund: In Buchstaben übersetzt ergibt das Datum die linke Schmähparole ACAB („All Cops are Bastards“).
„Gelaber mit der Polizei“
Nachdem die Demonstranten das Plakat schließlich eingerollt hatten, setzte der Zug sich Richtung Phönixviertel in Bewegung, wo sich weitere Protestler anschlossen, zumeist Jugendliche, sodass nach Schätzung des Reporters vor Ort in der Spitze rund 500 Teilnehmer zusammenkamen. Es sei Pyrotechnik eingesetzt worden, ebenfalls sei ein einzelner lauter Böllerschlag zu hören gewesen. Die Polizei hielt sich nach Einschätzung des Reporters vor Ort aber auffallend zurück und versuchte, die Lage zu deeskalieren. Auf enge Spaliere durch behelmte Polizisten wurde weitgehend verzichtet.
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An der Wilstorfer Straße sei es erneut zu Ärger mit der Polizei über ein Transparent gekommen, das ein brennendes Polizeifahrzeug zeigte. Auch das wurde schließlich eingeholt. Überraschenderweise beendeten die Veranstalter die Demo aber wenig später an der Ecke Hastedtstraße-Baererstraße, früher als geplant. Der Grund: „Wir haben so viel Zeit durch das Gelaber mit der Polizei verloren, dass wir das Ziel des Aufzugs in Heimfeld nicht mehr rechtzeitig erreichen können“.
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