Neu Betrugsmasche in Hamburg – Trickbetrüger braucht nur wenige Euros um ihm aus einer Notlage helfen zu können

Die Täter behaupten lediglich 30 Euro zu benötigen. (Symbolfoto) Foto: RUEGA

Angebliche Notlage: Vorsicht vor dieser neuen, besonders dreisten Betrugsmasche

Sie sind freundlich und geben sich als neue Anwohner in der Nachbarschaft aus, denen grad ein Malheur passiert ist. Ein kleines Unglück oder Missgeschick, wie es jedem mal passieren kann. Und auch der Geldbetrag, den sie jetzt kurz bräuchten, um den Schlamassel zu beheben, ist eigentlich gering. „Da ist jeder erstmal bereit, zu helfen“, sagt ein Ermittler der Polizei. Doch Vorsicht: Hier lauert eine neue, dreiste Betrugsmasche. Auch in Hamburg sind die Täter unterwegs.

Trickbetrüger kennen viele Maschen. Da gibt es den Geldwechseltrick, bei dem hilfsbereiten Leuten Euroscheine aus dem Portemonnaie gefingert werden. Oder den Beschmutzertrick, bei dem ein angeblich hilfsbereiter Passant jemandem einen zuvor mutwillig aufgetragen Fleck auf der Jacke wegputzen will und dabei Wertgegenstände aus der Jackentasche zieht.

Neue Betrugsmasche in Hamburg: Vorsicht vor falschen Nachbarn

Nun kommt eine weitere Masche hinzu. Sie beginnt meiste mit einer freundlichen Begrüßung, wenn man zum Beispiel grade den Eingang seines Hauses betreten will. Plötzlich wird man mit den Worten „Hallo, Herr Nachbar“ angesprochen und blickt in ein hilfloses, sorgenvolles Gesicht.

„Ich bin erst kürzlich dort drüben eingezogen“, sagt der Mann dann zum Beispiel und zeigt auf ein Haus die Straße runter. Doch der Mann wohnt dort nicht. Dann berichtet er von seinem Problem, dass sich zügig lösen ließe, wenn man hilft.

Ilona H. (Name geändert) wurde im letzten Moment misstrauisch. RUEGA
Neue Betrugsmasche – Betrüger geben Notlage vor und brauchen nur wenige Euro
Ilona H. (Name geändert) wurde im letzten Moment misstrauisch.

Die Tür sei ihm zugefallen, einen Schlüsseldienst habe er auch schon beauftragt und der sei bereits auf der Anfahrt. Der Notdienst verlange aber 230 Euro vor Beginn der Türöffnung, 200 habe er selbst. Zum Beweis zeigt er eine paar Euroscheine, um seine Notlage zu untermauern. Dann bittet er darum, ihm 30 Euro auszulegen, die er gleich, sobald die Tür geöffnet ist, zurückzahlen will. Dazu lässt er sich den Namen geben und das Klingelschild zeigen.

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Doch hat er Mann bekommen, was er wollte, sieht man ihn nie wieder. Dem LKA ist diese Masche auch bekannt. „Bei der geringen Summe ist eher mal jemand bereit zu helfen“, sagt ein Ermittler. Die MOPO erfuhr, dass der relativ geringe Betrag auch das Anzeigenverhalten solcher Delikte schmälert.

Polizei rät: Seien Sie stets misstrauisch

Die Polizei rät dazu, dass ein gesundes Misstrauen keine Unhöflichkeit ist. „Tricktäterinnen und Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. So denken sie sich immer neue ,Schachzüge‘ aus, die an dieser Stelle nie vollständig aufzuzählen sind“, sagt Polizeisprecher Patrick Schlüse zur MOPO.

Ilona H. (49) (Name geändert) aus Billstedt, wurde auch angesprochen. „Das klang alles so plausibel. Aber dann wurde ich doch misstrauisch und habe mich damit herausgeredet, dass ich gerne geholfen hätte, aber kein Bargeld dabei habe“.

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Seitens der Staatsanwaltschaft liegt hier im juristischen Sinne ein Betrug vor, der mit einer Geldstrafe, aber auch mit Haft bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Sollte es sich um gewerbsmäßiges Vorgehen handeln, könnte der Strafrahmen auch bei bis zu zehn Jahren Haft liegen.

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