Dennis Thering (CDU) bei einer Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft. (Archivbild)

Dennis Thering (CDU) bei einer Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft. (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

„Wortwahl respektlos“: Hamburger CDU-Chef zu Teilzeit-Plan seiner Partei

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Der CDU-Wirtschaftsflügel will den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken. Das finden nicht alle in der Partei gut. Der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktionschef gehört dazu. Und er nennt Gründe.

Bei Dennis Thering stößt die Forderung aus der Bundes-CDU auf Kritik. „Der Rechtsanspruch auf Teilzeit ist eine wichtige Errungenschaft. Viele möchten oder können nur in Teilzeit arbeiten“, sagte der Vorsitzende der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion. Der Vorschlag gehe an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei und schade dem Wirtschaftsstandort Deutschland, kritisierte Thering. 

Rechtsanspruch auf Teilzeit nur bei besonderen Gründen

Der Wirtschaftsflügel der CDU will den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken. Es soll ihn nur noch geben, wenn besondere Gründe vorliegen. Dazu zählt die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen und berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung.

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Das geht aus einem Antrag der MIT an den CDU-Bundesparteitag im Februar hervor. Der Antrag trägt den Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“. Widerspruch kam nicht nur aus der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner SPD und aus der CDU selbst.

Thering: Wortwahl ist respektlos

Der gesetzliche Anspruch auf weniger Arbeitsstunden erlaubt es Arbeitnehmern unter bestimmten Voraussetzungen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Bei vorübergehender Teilzeit kehren sie anschließend automatisch zur vorherigen Stundenzahl zurück. Arbeitgeber können den Antrag nur aus gewichtigen betrieblichen Gründen ablehnen.

Thering sagte, die Beschäftigung würde zurückgehen und der Fachkräftemangel weiter steigen. Es gehe nicht um die Frage des Lifestyles – „diese Wortwahl ist respektlos“. Wer möchte, dass die Menschen mehr in Vollzeit arbeiten, müsse die Rahmenbedingungen bei Kinderbetreuung und Pflege verbessern, betonte der CDU-Politiker. (mp/dpa)

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