Tatort Schule: Hunderte Fälle von Raub und Gewalt in Hamburg
Gefährliche Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung: Im Umfeld von Hamburger Schulen wurden im vergangenen Jahr fast 400 Fälle von erheblicher Gewaltkriminalität gemeldet, darunter 352 gefährliche Körperverletzungen. Zählt man die mehr als 700 Meldungen von „vorsätzlicher einfacher Körperverletzung“ hinzu, so steigt die Zahl sogar auf mehr als 1000 Vorfälle, wie aus einer Anfrage hervorgeht. Der Senat beschwichtigt, die Opposition wirft der Schulbehörde „Versagen“ vor.
Die höchste Zahl im Bereich Gewaltkriminalität im Bereich von Schulen meldet Wandsbek als größter Hamburger Bezirk. Hier vermeldet die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 92 Fälle unter der Rubrik „Tatörtlichkeit Schule“, darunter 85 Fälle schwerer Körperverletzung und sieben Fälle von Raub. Im ersten Quartal 2025 wurden bereits 38 Gewaltfälle rund um Wandsbeker Schulen gemeldet (37 Körperverletzungen und ein Raub), was für eine steigende Tendenz in dem Bezirk im laufenden Jahr spricht.
Jede zweite Gewalttat erfolgt in schulischem Kontext
Der Senat betont in seiner Antwort, dass nicht jede Gewalttat mit der „Tatörtlichkeit Schule“ auch im schulischen Zusammenhang stattgefunden hat. Die Polizei erfasse darunter auch Taten, die nachts, an Wochenenden oder in den Ferien auf dem Gelände von Schulen begangen wurden. So sei laut Schulbehörde nur die Hälfte der 352 gefährlichen Körperverletzungen im schulischen Kontext erfolgt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Zahlen der Gewaltvorfälle an Schulen für öffentliche Diskussionen gesorgt. So wurden 173 Gewalttaten im schulischen Kontext im Schuljahr 2021/22 gemeldet, im folgenden Schuljahr registrierte die Schulbehörde schon 219 Meldungen. Vor der Pandemie, im Schuljahr 2018/19, meldeten die Schulen nur 109 Gewaltvorfälle an die Behörde, wie das Abendblatt berichtete.
Folgende Gewalttaten mit Schulen als Tatort verzeichnet die Polizei für das vergangene Jahr (in Klammern die Fälle im 1. Quartal 2025):
Wandsbek: 85 (37) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, sieben (1) Fälle von Raub
Mitte: 81 (25) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, sechs (0) Fälle von Raub
Altona: 25 (3) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, sechs (0) Fälle von Raub, eine (0) Vergewaltigung
Eimsbüttel: 35 (4) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, drei (0) Fälle von Raub
Nord: 36 (7) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, 11 (0) Fälle von Raub, eine (0) Vergewaltigung
Bergedorf: 40 (11) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, sieben (2) Fälle von Raub
Harburg: 50 (16) Fälle von gefährlicher Körperverletzung, drei (0) Fälle von Raub
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CDU-Bildungsexpertin Birgit Stöver zeigt sich besorgt. Nachdem es im gesamten vergangenen Jahr 352 Fälle von gefährlicher Körperverletzung mit der „Tatörtlichkeit Schule“ gab, seien allein im ersten Quartal 2025 bereits 103 neue Fälle aufgelistet worden. „In Hamburgs größtem Bezirk Wandsbek gab es allein von Januar bis März dieses Jahres 37 Vorfälle dieser Art“, sagte Stöver. „Hier versagt die Gewaltprävention offenbar völlig.“