Streit eskaliert: Hamburger Linke zeigt eigene Ex-Chefin an

Zaklin Nastic hält eine Rede im Deutschen Bundestag
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Zaklin Nastic liegt im Clinch mit ihrem Landesvorstand (Archivbild).

Schwere Vorwürfe und zwei Anzeigen: Die nächste Runde im Zoff zwischen der Linken-Bundestagsabgeordneten Zaklin Nastic und ihren Hamburger Landeschefs ist eingeläutet. Zwischen der Wagenknecht-Anhängerin und dem Vorstand kracht es seit Monaten heftig. Jetzt behauptet Nastic, sie habe Anzeige erstattet, weil der Landesgeschäftsführer sich nach „Stasi-Manier“ heimlich Zugang zu ihrem Büro verschafft habe. Der weist alle Vorwürfe zurück und kontert.

Die Bürgerschaftsfraktion hat „nach Stasi-Manier ohne mein Wissen Schlüssel zu meinem Büro weitergegeben und Dritten, mindestens dem Landesgeschäftsführer, Zugang zu meinem Büro verschafft“, behauptet Nastic gegenüber dem „Abendblatt”. Sie gehe davon aus, dass dabei auch Unterlagen durchgesehen worden seien. Schon vor Monaten habe sie die Landeschefs sowie die Chefs der Bürgerschaftsfraktion um Aufklärung gebeten, aber keine Reaktion erhalten.

Zaklin Nastic: Anzeige gegen Parteikollegen?

Eine entsprechende Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs will Nastic im April erstattet haben – gegen Linken-Landesgeschäftsführer Christoph Timann, gegen Co-Geschäftsführerin Margret Geitner und gegen unbekannt. Auf MOPO-Anfrage heißt es aus ihrem Bundestagsbüro, dass Nastic wegen zahlreicher Termine kein Statement abgeben kann.

Der Hamburger Landesgeschäftsführer Christoph Timann weist die Vorwürfe zurück. Es habe „seit vielen Jahren die Absprache gegeben, dass die Fraktion als Vermieterin der Räume einen Schlüssel hat“, sagt er der MOPO. Der Schlüssel sei für Notfälle aufbewahrt worden, oder etwa, um Post ins Büro zu legen. Als Timann Mitte März gemeinsam mit einem Mitarbeiter ein großes Paket in Nastics Büro getragen habe, sei das für sie der Anlass gewesen, einen Skandal daraus zu machen.

Christoph Timann
Landesgeschäftsführer Christoph Timann weist die Vorwürfe von Zaklin Nastic zurück.

In einer Rundmail beschwert sich Nastic Ende März über unbefugtes Betreten, droht mit einer Strafanzeige sowie der Kündigung ihres Büros. Die Geschäftsführerin der Fraktion soll daraufhin ein neues Schloss einbauen lassen haben, sodass nur Nastic Zutritt hat. Darauf soll Nastic nie geantwortet haben.

Hamburger Linke kontert: Anzeige gegen eigene Bundestagsabgeordnete Nastic

Eine Strafanzeige liegt bei der Linken nach MOPO-Informationen bis heute nicht vor. Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft und Polizei liegt ebenfalls keine Anzeige vor, wie die MOPO auf Anfrage erfährt. Es könnte allerdings sein, dass die Anzeige in einem anderen Bundesland gestellt worden ist. Das Büro hat Nastic inzwischen gekündigt.

In einem Brief, der am Mittwoch an alle Mitglieder ging und der MOPO vorliegt, sprechen die Landesvorsitzenden Thomas Iwan und Sabine Ritter sogar von einer „spektakulär inszenierten Aktion“, mit der Nastic ihr Abgeordnetenbüro verlassen habe. Dem Landesvorstand zufolge soll sie Miete schuldig geblieben sein. Er kontert und will nun prompt selbst Anzeige erstatten, unter anderem wegen Beleidigung und Verleumdung.

Streit wegen Treue zu Wagenknecht

Dieser Vorfall ist nur die nächste Runde eines monatelangen Streits. Der Linke-Landesvorstand und Nastic sprechen nicht mehr miteinander – jede Seite behauptet, die andere verweigere den Kontakt. Der Grund: Nastic gilt als Anhängerin von Sahra Wagenknecht, die derzeit über die Gründung einer eigenen Partei nachdenkt.

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Immer wieder unterstützte sie Wagenknecht bei Aktionen, die der Hamburger Landesvorstand missbilligte. So lief Nastic zum Beispiel auf einer „Friedensdemo” mit, die sich im Vorfeld nicht klar von rechts abgegrenzt hatte. Die Bundespartei hat Wagenknecht am Wochenende einen Austritt nahegelegt. Und auch der Hamburger Landesverband hat Nastic deutlich gemacht, dass sie nicht mehr erwünscht sei, wenn sie an einer der Bildung Konkurrenzpartei mitarbeite.

Schwere Vorwürfe und zwei Anzeigen: Die nächste Runde im Zoff zwischen der Linken-Bundestagsabgeordneten Zaklin Nastic und ihren Hamburger Landeschefs ist eingeläutet. Zwischen der Wagenknecht-Anhängerin und dem Vorstand kracht es seit Monaten heftig. Jetzt behauptet Nastic, sie habe Anzeige erstattet, weil der Landesgeschäftsführer sich nach „Stasi-Manier“ heimlich Zugang zu ihrem Büro verschafft habe. Der weist alle Vorwürfe zurück und kontert.