Rot-Schwarz in Hamburg? Thering macht überraschende Ansage bei MOPO-Besuch
Nach der Abstimmung mit der AfD im Bundestag schlug der CDU auch in Hamburg eine Welle des Hasses entgegen. In Umfragen hat das der Partei jedoch bisher keinen großen Abbruch getan. Entsprechend motiviert zeigte sich Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering beim MOPO-Talk-Spezial zur Wahl – obwohl er derzeit nur auf Platz 3 liegt. Moderator Marco Carini klopfte genau ab, was die Partei in ihrem Wahlprogramm den Hamburgern verspricht, mit wem Thering koalieren würde und was er als Bürgermeister besser könnte.
„Es wird keine Zusammenarbeit mit der AfD geben“, betonte Thering erneut, als Moderator Marco Carini ihn auf die Abstimmung im Bundestag ansprach. „Jetzt ist es so gekommen, wie es gekommen ist.“
Im November hatte Friedrich Merz allerdings noch gesagt, dass es auch keine zufälligen Mehrheiten mit der AfD geben wird. „Das ist ein Wortbruch, der nicht wegzudiskutieren ist”, sagte Carini. Thering: „Klar, er hat seine Meinung offensichtlich geändert, ich glaube aber auch, dass sich die Situation insgesamt geändert hat. Da müssen Sie Friedrich Merz fragen.” Und ging zum Angriff über: Der aktuelle Bundeskanzler habe auch „einiges auf dem Kerbholz”. Thering sagte erst auf Nachfrage deutlich, mit ihm werde es keine zufälligen Mehrheiten mit der AfD geben.
Koalition mit Grün oder Rot? Thering hat klare Meinung
Als nächstes ging es um die wichtigsten Themen der Hansestadt. Carini stellte Thering die Aufgabe, spontan Sätze zu ergänzen: „Ich wäre ein besserer Bürgermeister als Peter Tschentscher, weil …“ – Thering: „Weil ich nah an den Menschen bin und sehr entscheidungsfreudig.“
Als Bürgermeister würde er als Erstes den Parkplatzabbau stoppen, mehr Polizei auf die Straßen schicken und in der Verwaltung Bürokratie abbauen. Wenn er sich frei zwischen SPD und Grünen als Koalitionspartner entscheiden könnte, wäre Thering „rot“ lieber. So deutlich hatte er sich selten geäußert.
Bei 18 Prozent liegt die CDU laut einer aktuellen Umfrage zur Bürgerschaftswahl von Infratest dimap im Auftrag des NDR – Platz 3 hinter SPD und Grünen. Als Bürgermeister ist Tschentscher mit 44 Prozent weiterhin der beliebteste Kandidat. Katharina Fegebank (Grüne) schafft es auf 16 Prozent. Dennis Thering wird von 15 Prozent der Befragten positiv bewertet.
Wohnen, Verkehr, Sicherheit: Das will die CDU in Hamburg ändern
Thering zufrieden: „Wir hatten beim letzten Mal elf Prozent eingefahren und liegen jetzt bei 18. Das soll erst mal jemand schaffen.“ Sein Wert sei für einen Oppositionsführer, der das erste Mal antritt, „passabel“.
Im Gespräch ging es auch darum, was die CDU den Wählern bei Themen wie Verkehr, Wohnen oder Sicherheit anzubieten hat. Thering betonte Verkehrspolitik für „alle“ zu machen – also Rad- und Autofahrer. Seine Partei setze sowohl auf sichere Radwege als auch auf Quartiersgaragen.
Der nächste MOPO-Talk zur Bürgerschaftswahl findet am 18. Februar um 19 Uhr in der MOPO-Redaktion statt. Zu Gast: Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank. Hier können Sie sich online anmelden.
Um den Wohnungsbau in Hamburg voranzutreiben, will Thering städtische Flächen wieder zu diesem Zweck an Investoren verkaufen, das Bauen weiter vereinfachen und mehr seriell bauen.
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Für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum will die CDU zusätzliche Waffenverbotszonen ausweisen, die Videoüberwachung verstärken und mehr Polizei auf die Straße schicken.
„Ab welchem Ergebnis werden Sie am Wahlabend feiern?“, fragte Carini zum Abschluss. Darauf Thering: „Ob wir zufrieden sind, werde ich Ihnen am Wahlabend sagen.“