„Nutzen den Dieter-Bohlen-Effekt“: Der Peinlich-Parteitag des Hamburger BSW
Alles „nur ein kleines Missgeschick“? Nach dem gestern wortreich verkündeten Rückzug der Hamburger BSW-Spitzenkandidatin Zaklin Nastić wegen Erschöpfung, vollführt der Landesverband am Nominierungsparteitag überraschend die Rolle rückwärts: Nastić verkündet strahlend und voller Energie ihre Kandidatur. Was war da los? Und was ist der „Dieter-Bohlen-Effekt?“
„Es war nur ein kleines Missgeschick“, so Nastić zur MOPO. Sie habe zwar überlegt, sich zurückzuziehen, aber dann habe sie „tausende Nachrichten aus ganz Deutschland“ bekommen und es sich anders überlegt.
Eulenburg: „Ich übernehme dafür die Verantwortung“
In der Zwischenzeit hatte ihr Mitarbeiter und neuer Spitzenkandidat, Konstantin Graf zu Eulenburg, aber schon eine Pressemitteilung verfasst, inklusive salbungsvoller Zitate, mit denen Nastić verkündet, sie müsse „Kräfte sammeln“. In einem internen Chat habe dann „jemand den Daumen gehoben“ und daraufhin sei der Text durch die Pressestelle des Bundesverbandes verschickt worden – inklusive der Worte, die gar nicht von Nastić stammten. Ein Paukenschlag, angeblich ganz aus Versehen.
„Ich übernehme dafür die Verantwortung“, so Eulenburg zur MOPO. Später witzelt er in seiner Rede: „Wir nutzen den Dieter-Bohlen-Effekt: Dem war ganz egal, wie er in der Presse war, Hauptsache, er war drin. So machen wir das auch.“ Applaus.
Der Fotograf wurde am Samstag zum Hamburger BSW-Landesvorsitzenden gewählt und ist Teilzeit-Mitarbeiter von Zaklin Nastić. Die Chefin scheint ihm den Fauxpas offiziell nicht übel zu nehmen, sie bleibt Spitzenkandidatin, keine Spur mehr von Ermüdung. Auch Eulenburg ist sichtlich darum bemüht, jeden Eindruck einer Polit-Intrige fortzulächeln und weicht umgehend zurück auf Listenplatz 2: „Wichtig ist nur, dass wir jetzt zusammen antreten für ein gutes Wahlergebnis.“
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Die 26 Parteimitglieder wählten Zaklin Nastić im Bürgersaal Wandsbek mit 19 Ja-, 6 Neinstimmen und einer Enthaltung zu ihrer Spitzenkandidatin. Konstantin von Eulenburg wurde mit 21 Ja-, 4 Neinstimmen und einer Enthaltung auf Platz zwei gewählt.