Nach CDU-Debakel vor fünf Jahren: So will Thering Bürgermeister werden
Bei der letzten Bürgerschaftswahl hat die CDU das schlechteste Ergebnis eingefahren, das sie je in Hamburg hatte. Damals kam sie nur auf magere 11,2 Prozent der Stimmen. Das soll nun besser werden. Bürgermeisterkandidat Dennis Thering hat am Donnerstag die Themen vorgestellt, mit denen seine Partei bei den Wählern punkten will. Eine Gruppe wird auf Plakaten besonders in den Vordergrund gestellt, es gibt bei der Wahlkampagne außerdem eine Gemeinsamkeit mit der SPD und den Grünen.
Genau wie bei der SPD mit Peter Tschentscher und den Grünen mit Katharina Fegebank ist die Wahlkampagne komplett auf ihren Kandidaten ausgerichtet. „Moin, ich bin Dennis Thering, Spitzenkandidat der Hamburger CDU“, hört man Thering in einem vorbereiteten Wahlwerbespot fürs Radio sprechen, während er sich in der geskripteten Szene mit einem Taxifahrer unterhält. „Die Baustellen sind echt schlimm geworden“, sagt der Taxifahrer zu Thering – Vorlage für den Bürgermeisterkandidaten, um über die Verkehrspolitik zu sprechen.
CDU stellt Kampagne für Bürgerschaftswahl vor
Auch auf vielen Wahlplakaten geht es um das Thema Verkehr. „Hamburg ist für alle da“, ist darauf zu lesen. Dazu kommt ein kleiner Anhang: „Auch für Autofahrer“. Damit spielt die Partei auf das Empfinden mancher Autofahrer an, die sich von der Verkehrspolitik von Senator Anjes Tjarks (Grüne) vernachlässigt, gar verdrängt fühlen. Thering verspricht Autofahrern nächtliches Parken auf Supermarktplätzen, Gratis-Parken auf Park and Ride-Plätzen und ein Ende des Anwohnerparkens. Tempo 30 soll es zudem nur noch vor Kitas, Schulen und Pflegeheimen geben.
Zudem setzt die Partei auf eine familienfreundliche Stadt. „Besonders als junger Familienvater möchte ich die Familien in Hamburg unterstützen“, erzählt Thering. Seine Partei will unter anderem ein „Hamburg-Geld“ auf den Weg bringen. Die Idee: Wer sich zum ersten Mal eine Immobilie zum Selbstwohnen kauft, soll 10.000 Euro von der Stadt dazubekommen. Paare bekommen 20.000, dazu für jedes Kind 5000 Euro. Wie das finanziert werden soll, dazu blieb er zuletzt allerdings vage: „Wir setzen auf Wachstum und mehr Steuereinnahmen“.
CDU setzt im Wahlkampf auf das Thema Innere Sicherheit
Als weiteres Thema hat sich die CDU wenig überraschend die Innere Sicherheit auf die Fahnen geschrieben, mit dem auch SPD und Grüne bereits in den Wahlkampf gezogen sind. „Es freut uns ja sehr, dass Rot-Grün die Wichtigkeit dieses Themas inzwischen auch für sich erkannt haben“, kommentiert Thering. Er will sich für mehr Waffenverbotszonen, bessere Ausrüstung für Polizisten und mehr Polizeipräsenz in der gesamten Stadt einsetzen.
Damit dürfte er bei eventuellen Koalitionsverhandlungen sogar auf Kopfnicken der anderen Parteien stoßen, die zuletzt unter anderem Polizei und Staatsanwaltschaft verstärkten und die Videoüberwachung ausbauten.