Liberale in Schieflage: Hamburgs FDP vor der Pleite?

FDP-Politiker hat Anzeige gegen einen früheren SPD-Parteikollegen erstattet.
Sami Musa, Vize-Chef der Hamburger FDP

Kaum Geld vom Staat, Mitgliederschwund und abgewanderte Spender: Der FDP Hamburg geht es finanziell gar nicht gut, es ist unklar, wie lange der Landesverband sich noch über Wasser halten kann. Der Vize-Landeschef der Hamburger Liberalen, Sami Musa, erklärt, wie der Untergang abgewendet werden soll.

Aus dem Bundestag geflogen, kein Bein mehr in der Hamburgischen Bürgerschaft – die politische Bedeutungslosigkeit tut weh, aber das finanzielle Desaster für die FDP, das daraus resultiert, ist in Hamburg inzwischen existenzgefährdend. Einen Bericht der „Bild“, wonach der Hamburger Landesverband kurz vor der Zahlungsunfähigkeit gestanden habe, will Sami Musa, stellvertretender Landesvorsitzender und Interimsschatzmeister, auf MOPO-Nachfrage nicht bestätigen, sagt vage: „Der Abschluss des Jahres 2025 ist zu gegebener Zeit dem Rechenschaftsbericht zu entnehmen.“

Fest steht: Der (aufwendige, aber letztlich erfolglose) Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl 2025 hat das Budget der Elbliberalen belastet. Nach MOPO-Informationen kursiert im Landesverband allerdings auch der Eindruck, der Vorstand hätte schneller auf die angespannte Finanzlage reagieren müssen.

FDP Hamburg: Miete sparen

„Mittelfristig“ werde das Geld nicht ausgehen, beschwichtigt nun der Vize-Chef, aber: Die Elbliberalen kämpfen derzeit um jeden Cent, das kann man schon so sagen. Die Landesgeschäftsstelle beschäftigt nur noch eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft, die Pressestelle wird mit Ehrenamtlichen besetzt, das Büro teilt man sich jetzt mit der Hamburger Europaabgeordneten Svenja Hahn, „um Mietkosten zu sparen“, so Musa. Und: Die Liberalen setzen bei zahlungsfaulen Mitgliedern die Daumenschrauben an. Säumige Mitgliedsbeiträge würden nun „effektiv“ eingetrieben, teilt der Vize-Chef mit.

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Die Mitgliedschaft bei der FDP wird wohl ein teureres Vergnügen werden. Sami Musa: „Langfristig sollte erneut eine Mitgliedsbeitragserhöhung angedacht werden.“ Katarina Blume, glücklose FDP-Spitzenkandidatin bei der Bürgerschaftswahl und nun Fraktionschefin in Altona, zeigt sich im Gespräch mit der MOPO optimistisch: „Es gibt immer mal Ups und Downs“, sagt sie. „Wir ziehen alle an einem Strang, damit es gut weitergeht.“