Hamburg

Hamburgs Lehrer müssen bald 47,74 Stunden pro Woche arbeiten

Ältere Lehrkräfte werden künftig erst ab 63 entlastet. Der Hamburger Senat muss sparen. (Symbolbild)
Lehrkräfte werden künftig erst ab 63 entlastet. Der Hamburger Senat muss sparen. (Symbolbild)

Die Schulbehörde entscheidet: Hamburgs Lehrkräfte werden nun erst mit 63 entlastet. Warum sie nun zusätzusätzlich auch eine Stunde pro Woche mehr arbeiten müssen.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet hat, müssen sich Lehrkräfte künftig auf eine Erhöhung der Arbeitswochenstunden um eine Stunde einstellen. Das gilt für alle Beamt:innen der Stadt. Außerdem soll die Altersermäßigung in Höhe von zwei Jahren bald erst ab den 63. Lebensjahr gewährt werden. Derzeit ist diese ab einem Alter von 60 Jahren möglich.

Grund dafür ist die jährliche 600 Millionen Euro große Lücke im Hamburger Haushalt. Gespart wird bei den Lehrkräften. Diese Information geht aus einem Brief der Schulbehörde an alle Schulleitungen der Grundschulen hervor.

Altersermäßigung ab 63: Lehrer werden erst später entlastet

Die Änderungen der Altersermäßigung erfolgen Schritt für Schritt und laut dem Hamburger Abendblatt jeweils zum 1. August 2027 und 2028. Für Lehrkräfte, die die Ermäßigung bereits nach der geltenden Regelung erhalten, bleibt sie bestehen.

Der Brief der Behörde erklärt, dass die Umsetzung der geringeren Stunden ab 63 schulintern geregelt werden soll.

Lehrer arbeiten bald 47,74 Stunden in der Woche

Der Brief erklärt auch die Umsetzung der 47,74 Stundenwoche: „Für Lehrkräfte wird diese 41. Stunde nicht in eine zusätzliche Unterrichtsverpflichtung übersetzt, sondern in die Team- und Kooperationszeit (teilbare A-Zeit) überführt und damit der gemeinsamen Qualitäts- und Unterrichtsentwicklung in einem sich stets verändernden Schulbetrieb dienen.” Entsprechend gelte das auch für angestellte Lehrkräfte.  

Obwohl Lehrkräfte künftig eine zusätzliche Arbeitsstunde leisten, bekommen die Schulen kein zusätzliches Personal. Der bisherige freie Arbeitszeitverkürzungstag entfällt, um die zusätzliche Arbeitszeit auszugleichen.

„Für Lehrkräfte, die in Vollzeit tätig sind, ergibt sich daraus nach derzeitigem Stand in der Unterrichtszeit eine wöchentliche Arbeitszeit von 47,74 Stunden“, steht es weiter in dem Schreiben. Für Angestellte in den Schulbüros, pädagogisch-therapeutisches Fachpersonal (PTF) oder administratives, technisches, unterstützendes Personal (ATUP) gilt dies nicht.

Was ist das Lehrerarbeitszeitmodell?

In dem Modell geht es darum, dass Lehrkräfte aufgrund der langen Ferienzeiten während der Unterrichtszeit mehr arbeiten müssen, um auf eine Wochenarbeitszeit von 40, beziehungsweise ab kommendem Jahr auf 41 Stunden pro Woche zu kommen.

Die Politik bittet um Verständnis

In diesem Kontext hat, nach einem Bericht des „Abendblattes“, Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) in einem Brief um Verständnis bei den etwa 45.000 Beamt:innen gebeten: „Die Verärgerung der beamteten Kolleginnen und Kollegen ist verständlich und nachvollziehbar. Aber: Die Konsolidierung des Hamburger Haushalts ist erforderlich, auch wegen Entscheidungen auf Bundesebene, die Hamburg nicht zu verantworten hat – und ohne einen Beitrag auch des öffentlichen Dienstes geht es nicht.“ (js) 

Kommentare öffnen