Maryam Blumenthal

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) ist im Iran geboren worden (Archivbild). Foto: Florian Quandt

So jubeln Hamburger Politiker über die Militärschläge im Iran

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Die Militärschläge im Iran und der Tod von Irans oberstem Führer Ali Chamenei sorgen bei vielen Exil-Iranern weltweit für Jubel und Hoffnung auf einen Umsturz des Regimes. Mehrere Hamburger Politiker mit iranischen Wurzeln haben sich erleichtert geäußert, darunter Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) und der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Danial Ilkhanipour. Dafür bekommen sie auch Hass ab.

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal informiert in den sozialen Medien seit Wochen über die Lage im Iran. Ihre Eltern kamen aus dem Iran nach Deutschland, als sie drei Jahre alt war. Als das iranische Staatsfernsehen am Sonntag den Tod von Ali Chamenei bestätigt, schreibt sie: „Meine geliebte Familie, meine Iraner*innen, mein wundervolles Iran, ich gratuliere euch! Was für ein Lichtblick nach 47 Jahren Dunkelheit!“

Nach Militärschlägen im Iran: Hamburger Politiker jubeln

Dafür gibt’s auch ein „Like“ von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin und Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). In einem eigenen Beitrag wirbt sie auf Instagram für Verständnis, dass sich die Menschen im Iran und in Israel Hoffnung auf Frieden und Freiheit machen – auch wenn die Mittel und Wege „möglicherweise am Rand unseres Koordinatensystems friedlicher Konfliktbewältigung stehen“.

Kurz darauf schließt Blumenthal ihre eigene Kommentarfunktion, weil sich dort auch antisemitische Beiträge häufen. „Die Situation ist wahnsinnig komplex, und wer nicht in der Lage ist, das einzubeziehen, sollte besser gar nichts dazu sagen“, äußert sie sich in einem Video.

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Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Danial Ilkhanipour war am Sonntag selbst auf einer der Iran-Demos in der Stadt unterwegs und hat sich noch in der Nacht zu Montag live bei Instagram gemeldet. Für ihn sei es „erschreckend“, dass sich manche über die tanzenden Exiliraner echauffieren.

„Es gibt Leute, die jetzt ihren Pazifismus entdeckt haben und denen die Ermordeten im Iran egal waren“, sagt Ilkhanipour. Spätestens seit Anfang Januar habe es seiner Ansicht nach keine realistische Alternative gegeben. Er sagt: „Wir müssen weg vom Verwalten von Leid. Auch ich bin grundsätzlich gegen Kriege, aber wir müssen auch hier aufpassen, dass wir nicht der Regimepropaganda hinterherlaufen. Was ist die Alternative?“ (abu)

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