Hamburger Bezirk macht Kinderspielplatz zur Hundewiese
In Hamburg gibt es aktuell 141 Hundeauslaufzonen – für fast 106.000 Hunde. Die Einrichtung neuer Zonen geht jedoch eher schleppend voran, im vergangenen Jahr sind gerade einmal zwei neue entstanden. Jetzt soll in Harburg ein Kinderspielplatz zur Auslauffläche für die Vierbeiner umgebaut werden – warum sich der Bezirk dafür entschieden hat und wo die Kinder nun spielen sollen.
Schaukeln, ein paar Wipptiere, eine Rutsche und eine Tischtennisplatte: Das alles soll hier verschwinden, denn der Spielplatz Helmsweg in Harburg wird zur Hundeauslaufzone. Das geht aus einer aktuellen Senatsantwort auf Anfrage der CDU hervor.
Denn Hamburg braucht offenbar mehr dieser Zonen, in denen Hunde ohne Leine herumtollen dürfen. Im vergangenen Jahr wurden gerade einmal zwei Neue geschaffen, eine in Bramfeld am Appelhoffweiher (605 Quadratmeter) und eine in Neuland am Neuländer See (3600 Quadratmeter).
Spielplatz wird zur Hundewiese: Das ist für Kinder geplant
Zusätzlich sind bereits seit Jahren eine Zone im Vorhornweg in Lurup und eine im Quartier Jenfelder Au in Planung. In Lurup sollen noch in diesem Jahr die Hunde toben können, in Jenfeld sollen 2026 die Arbeiten beginnen. Wann genau der Umbau des Spielplatzes in Harburg stattfindet, ist bislang noch nicht bekannt.
Nach Angaben des Bezirksamts Harburg wurde der Spielplatz bisher kaum genutzt und Eltern sowie Kinder hätten sich in Umfragen eine zentralere Spielfläche im nahgelegenen Schwarzenberg-Park gewünscht. Im Zuge der Sanierung des Parks soll daher ein neuer Spielplatz geschaffen und die alte Fläche als Hundeauslaufzone genutzt werden. Das dürfte Kinder und Hunde gleichermaßen freuen.
Hamburg: Rekordeinnahmen aus Hundesteuer
Der große Hundeboom der Corona-Jahre scheint derzeit zwar rückläufig zu sein: Ende des Jahres 2024 waren in Hamburg 105.961 Hunde registriert. Ein Jahr zuvor waren es noch 111.301 Hunde. Doch rechnet man die Zahlen hoch, kommen auf eine Auslaufzone durchschnittlich rund 750 Hunde.
Die Einnahmen aus der Hundesteuer befanden sich 2024 allerdings erneut auf einem Rekordhoch: Rund 5,6 Millionen Euro nahm die Stadt ein. Im Vorjahr waren es rund 5,5 Millionen Euro. „Die Einnahmen aus der Hundesteuer müssen gezielt eingesetzt werden, um eine tierfreundliche Stadt zu schaffen – mit mehr Auslaufzonen, besseren Kontrollstrukturen und klareren Regeln für Halter“, sagt Sandro Kappe, tierpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.
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Er setzt sich auch für eine höhere Betreuungsqoute des Hundekontrolldienstes ein. Das ist ein Dienst der Polizei Hamburg, der für Meldungen von gefährlichen oder herrenlosen Hunden, für Beißvorfälle und andere Vorkommnisse im Zusammenhang mit Hunden zuständig ist.
Während 2013 noch sieben Vollzeitkräfte auf rund 59.500 Hunde in der Stadt kamen, sind es heute laut der aktuellen Senatsantwort zehn Vollzeitkräfte für fast 106.000 Hunde. „Die wachsende Diskrepanz zwischen der Anzahl der Hunde und der Betreuungsquote des Hundekontrolldienstes ist nicht länger hinnehmbar“, sagt Kappe.