Hamburger AfD macht im Wahlkampf Stimmung mit KI-Bildern von Geflüchteten
Der junge Mann mit der dunklen Haut scheint in einer Kirche zu stehen, den Arm erhoben, der Blick herausfordernd. Ein anderer schwarzer Mann blickt finster unter einer Mütze hervor, die Faust geballt – die Motive auf den Social-Media-Kanälen der AfD-Fraktion Hamburg wirken einschüchternd und sollen Stimmung gegen Migranten machen, aber sie zeigen keine echten Personen. Auch andere Parteien nutzen Motive, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt wurden. Aber mit einem Unterschied.
Bendix Hügelmann betreibt eine Firma für Politikberatung („People on the hill“) und berät Parteien bei ihren Digitalstrategien auf Social Media. Die KI-Kampagne der AfD überrascht ihn nicht: „Die Partei arbeitet mit Stereotypen, die die vorgefertigten Meinungen und Gefühle ihrer Klientel bestätigen.“ Auf den ersten Blick wirken die Menschen echt, wer die Bilder jedoch durch das Gratis-Tool „Hive“ laufen lässt, erfährt: „Zu 97 Prozent KI generiert“ – so wie zahlreiche Bilder auf der Facebookseite, oft bedrohlich wirkende Männer mit schwarzen Haaren.
Auch andere Parteien nutzen künstliche Intelligenz, um schöne Motive zu generieren, aber: „Die Parteien der demokratischen Mitte kennzeichnen diese Bilder“, so Hügelmann und verweist auf die „Vereinbarung zu einem fairen Bundestagswahlkampf“, auf die sich SPD, CDU, CSU, Grüne, FDP und Linke kurz vor Weihnachten 2024 geeinigt haben. „Wir kennzeichnen Bild-, Video- oder Tonmaterial, das von KI-Systemen generiert wurde, unmissverständlich, unübersehbar und untrennbar mit dem Inhalt verbunden mit dem Label „KI-generierter Inhalt“, steht dort.
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Die AfD hingegen, sagt der Experte, reiße die Grenze zwischen Realität und Fiktion „bereitwillig ein“. Dabei werden nicht nur Bilder von schwarzen Männern erzeugt, auch die Kirche muss dran glauben: Eines der künstlichen AfD-Motive zeigt einen Pastor mit einem Antifa-Zeichen auf der Brust. Eine MOPO-Nachfrage, warum die KI-Bilder nicht gekennzeichnet sind, ließ die AfD Hamburg unbeantwortet.