Hamburg

Hamburg setzt sich durch: Tjarks’ Park-Konzept wird zum bundesweiten Vorbild

In vielen Teilen Hamburgs sind Anwohnerparkzonen eingerichtet (Symbolbild)

Aus dem umstrittenen Anwohnerparken soll künftig ein Quartiersparken werden. Die Idee stammt aus Hamburg – und setzt sich jetzt bundesweit durch.

Mehr als zwei Jahre hat Hamburg dafür gekämpft – nun trägt die Initiative Früchte: Das von Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) angestoßene Konzept des Quartiersparkens soll künftig bundesweit möglich werden. Der Bund hat die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass künftig nicht nur Anwohner, sondern auch Handwerksbetriebe, Pflegedienste, soziale Einrichtungen oder Vereine bevorzugt in Bewohnerparkzonen parken können.

Hintergrund sind die jahrelangen Konflikte um das Bewohnerparken. Während Anwohner bislang für 65 Euro im Jahr einen Parkausweis erhalten, mussten Handwerker, Hebammen, Pflegedienste oder Sportvereine oft aufwendig Ausnahmegenehmigungen beantragen.

Hamburg stoppte deshalb 2023 zunächst die Ausweisung weiterer Bewohnerparkzonen und brachte eine Gesetzesinitiative auf den Weg. Nach langen Verhandlungen änderte der Bund nun die gesetzlichen Grundlagen. Die endgültige Anpassung der Straßenverkehrsordnung steht allerdings noch aus.

Tjarks sieht Erfolg der Hamburger Initiative

Hamburg hat das neue Modell bereits vorweggenommen. Seit Oktober 2025 werden Sonderparkberechtigungen digital über den Landesbetrieb Verkehr vergeben. Nach Angaben der Verkehrsbehörde wurden bislang 2779 digitale Sonderparkausweise ausgestellt. Die Genehmigungsquote liegt je nach Anwendungsfall zwischen knapp 93 und 100 Prozent. Die Berechtigungen können online beantragt und direkt per App genutzt werden.

Verkehrssenator Anjes Tjarks sieht darin einen Erfolg der Hamburger Initiative: „Mit dem Quartiersparken hat Hamburg als erstes Bundesland ein modernes, digitales Parkraummanagement eingeführt, das weit über das klassische Bewohnerparken hinausgeht. Wir denken dabei nicht nur an die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch an alle, die im Quartier arbeiten oder Dienstleistungen erbringen.“ Dass der Bund die rechtlichen Grundlagen nun übernehme, zeige, „dass wir gemeinsam lebens- und praxisnahe Lösungen etabliert haben“.

Auch die Handelskammer, die Handwerkskammer, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Hamburger Sportbund begrüßen den Schritt grundsätzlich. Die Handwerkskammer mahnt allerdings an, dass die Anpassung der Straßenverkehrsordnung nun zügig folgen müsse. Erst dann hätten Betriebe in Bewohnerparkzonen einen echten Rechtsanspruch auf Parkberechtigungen und seien nicht mehr auf Ausnahmegenehmigungen angewiesen. (rei)

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