Gemeinsam gegen Russlands Drohnen: Hamburg, Kiel und Danzig wollen Kooperation
Verdächtige Drohnen schweben über dem Hafen – ein Szenario, das die Städte Hamburg, Kiel und Danzig genau kennen. Eine potenzielle Bedrohung aus Russland ist allgegenwärtig. Am zweiten Tag der Baltikum-Reise von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ging es deshalb auch um Sicherheit.
Vertreter der drei Häfen planen, sich in Zukunft stärker gemeinsam gegen hybride Bedrohungen zu wappnen. „Wir haben auch jeden Tag Cyberattacken im Hafen und haben bisher alle abgewehrt“, sagte Bürgermeister Tschentscher am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern aus Politik und Hafenwirtschaft.
Drohnen über dem Hamburger Hafen
Es sei daher wichtig, zu wissen, was im Ostseeraum passiert, und gemeinsam Erkenntnisse auszutauschen. „Die Schattenflotte ist nicht nur unterwegs, um Waren zu transportieren, sondern auch, um GPS-Störungen zu organisieren“, so Tschentscher weiter. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Hafenbehörde HPA mitgeteilt, dass es auch im Hamburger Hafen vermehrt zu Drohnensichtungen kommt. Ob darunter auch Spionage-Drohnen aus Russland sind, dazu hält man sich bedeckt.
Allerdings haben HPA, Polizei und der Rüstungskonzern Rheinmetall bereits angekündigt, gemeinsam ein Konzept für den Schutz des Hamburger Hafens vor Bedrohungen durch fliegende, schwimmende und tauchende Drohnen zu entwickeln. Gleichzeitig wird aufgerüstet – Rheinmetall plant den Bau maritimer Drohnen im Hafen.
Weniger Konkurrenz zwischen Häfen
Auch in Danzig sind Drohnenflüge über dem Hafen ein zunehmendes Problem. „Der Sinn dieser Delegationsreisen ist, eine Botschaft zu senden, dass eine Kooperation politisch gewünscht ist“, sagte Tschentscher weiter. Man müsse sich um die Partner im Osten bemühen. Die Präsenz der beiden Nordländer sei hierfür ein wichtiges Signal.
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Abschließend sei es die Aufgabe der IT-Experten, passende Strategien zu entwickeln. Lennart Kinau von der Hamburger Hafenbehörde HPA bekräftigte: „In der Vergangenheit haben wir die Häfen eher als Konkurrenz betrachtet, bei diesen Feldern ist das nicht so. Wenn ein Hafen nicht so funktioniert, wie er müsste, dann muss ein anderer einspringen können.”
Der Besuch in Danzig bildet den Auftakt der fünftägigen Reise der Nordländerchefs. Weitere Stationen werden Litauen und Lettland sein.
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