Politik

Einbruchsserie an Hamburger Schulen: Jetzt sollen die Nachbarn helfen

Einbruch Schule Feuervogel
Nach einem Einbruch in der Stadtteilschule an der Maretstraße im Harburger Phoenix-Viertel führen Polizeibeamte einen Jugendlichen ab.

Seit Jahresbeginn wurden laut Senat mehr als 40 Einbruchsversuche an Schulen gemeldet. Das will die Stadt nun unternehmen.

Mehr als 40 Einbruchsversuche seit Jahresbeginn, dazu Vandalismus und Brandstiftung: Nach einer Serie von Vorfällen an Hamburger Schulen verschärft die Stadt die Sicherheitsmaßnahmen. Und ruft die Nachbarn zur Mithilfe auf.

Das geht aus einer Pressemitteilung (PM) des Hamburger Senats hervor. Demnach lässt die Stadt betroffene Schulen regelmäßig von Wachdiensten bestreifen. Während der Ferien soll zudem Zivilpolizei in Schulgebäuden eingesetzt werden. Baustellen werden stärker überwacht, gefährdete Standorte erhalten Einbruchmeldeanlagen und zusätzliche Bauzäune.

Auch geplante Abrisse sollen vorgezogen werden. Damit will die Stadt verhindern, dass leer stehende Gebäudeteile zu schwer kontrollierbaren „Lost Places“ werden. Die Maßnahmen würden fortlaufend mit der örtlichen Polizei abgestimmt und an die Sicherheitslage angepasst.

Eine zentrale Rolle übernimmt Schulbau Hamburg (SBH). Der Landesbetrieb der Stadt koordiniert gemeinsam mit dem Gebäudemanagement Hamburg als „Bildungsbau Hamburg“ Neubau, Sanierung, Instandhaltung und Bewirtschaftung von rund 400 öffentlichen Schulen. SBH soll unter anderem technische Sicherungen installieren, gefährdete Bereiche baulich absperren und verstärkte Kontrollen durch Sicherheitsdienste organisieren.

Dressel kündigt konsequentes Vorgehen gegen Einbrüche an

Finanzsenator Andreas Dressel kündigte ein konsequentes Vorgehen an: „Vandalismus und Einbrüche verfolgen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.“ Gleichzeitig rief er Anwohner und Spaziergänger dazu auf, Auffälligkeiten sofort der Polizei zu melden.

Bildungssenatorin Ksenija Bekeris betonte, Kameras und Wachdienste könnten nicht überall eingesetzt werden. Deshalb seien auch Nachbarschaften und Schulgemeinschaften gefordert: „Aufmerksamkeit zählt!“

Liste der Einbrüche an Schulen ist lang

SBH-Geschäftsführungssprecherin Mandy Herrmann erklärte, in Abstimmung mit Behörden und Polizei seien bereits Alarmanlagen, zusätzliche Kontrollen und weitere Schutzmaßnahmen umgesetzt worden. „Uns ist wichtig, dass sich Kinder, Lehrkräfte und Eltern auf einen geschützten Lern- und Lebensraum verlassen können.“

Die Liste der Einbrüche an Schulen ist lang. Erst vor wenigen Tagen, Anfang August, drangen Unbekannte in eine Schule in Lohbrügge ein und zündeten in einem Klassenraum Unterlagen an. Die Fahndung blieb zunächst erfolglos.

In Harburg nahm die Polizei im Mai drei 16-Jährige in der Stadtteilschule an der Maretstraße im Harburger Phoenix-Viertel fest. Ein Lehrer hatte Geräusche gehört und den Notruf gewählt; bei den Jugendlichen wurde unter anderem eine Brechstange gefunden. 

Im März kam es innerhalb von knapp drei Wochen zu drei Einbrüchen in zwei Wilhelmsburger Schulen. Betroffen waren das Helmut-Schmidt-Gymnasium und die Elbinselschule; gestohlen wurden unter anderem Bargeld, Zigaretten und Süßigkeiten.

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